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MeiDresden.de - Aktuelle News aus Dresden und der Umgebung - NABU: Zehn Tage mit Naturschützern und Wissenschaftlern auf Nord- und Ostsee

MeiDresden.de  16.08.2017  15:30 Uhr - Warnemünde/Berlin – Um auf die bedrohte Vielfalt in den heimischen Meeren aufmerksam zu machen, hat der NABU heute in Warnemünde eine zehntägige Segeltour gestartet. Unter dem Motto „NABU macht Meer“ segeln Meeresschutzexperten mit dem Zweimaster „Ryvar“ von Warnemünde bis Hamburg. „Vor unserer Haustür liegen zwei außergewöhnliche, faszinierende Meere. Doch beide sind nicht gesund und wir beobachten einen zunehmenden Konflikt zwischen den Naturschutzverpflichtungen und Wirtschaftsinteressen. Es liegt in unser aller Verantwortung, hier Lösungen zu finden. Dazu wollen wir als NABU ein Zeichen setzen“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Entlang der Route gibt es verschiedene Presseaktionen, Projektbesuche, Diskussionsveranstaltungen und sogar Kino auf dem Großsegel. Mit an Bord sind Wissenschaftler, die Untersuchungen zu den Themenbereichen Mikroplastik, Unterwasserschall und Schiffsemissionen durchführen.

Nord- und Ostsee beherbergen eine vielen Menschen völlig unbekannte Artenvielfalt. Hier leben Schweinswale und Robben, Seepferdchen und Rochen, hier gibt es ausgedehnte Riffe und Wälder aus Seegras. Doch diese Vielfalt ist bedroht. Nach aktueller Roter Liste gelten ein Drittel der Arten und Lebensräume als gefährdet. „Unsere Meere brauchen endlich ausreichend Schutz. Anfangen müssen wir mit den bereits ausgewiesenen Schutzgebieten. Der NABU fordert, dass mindestens 50 Prozent der Meeresschutzgebiete der Natur vorbehalten sind und schädliche Aktivitäten wie Grundschleppnetze oder Rohstoffabbau darin verboten werden“, sagte Kim Detloff, NABU-Meeresschutzexperte.
 
Auch in den Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns steigt die Zahl an Konflikten, so beim Bau von Offshore-Windparks oder der geplanten zweiten Trasse der Gaspipeline Nord Stream 2. „Das Projekt ist für uns eine naturschutzfachliche wie energiepolitische Sackgasse. Die 1200 Kilometer lange Trasse durch die halbe Ostsee schneidet fünf deutsche Vogelschutz- und FFH-Gebiete. Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns will ökologische Kleinode opfern und verkennt dabei die energiepolitische Bedarfslage“, sagte Stefan Schwill, NABU-Landesvorsitzender in Mecklenburg Vorpommern. Für das Projekt Nord Stream 2 soll der Meeresboden aufgebaggert werden, was große Mengen von Schad- und Nährstoffen freisetzen und Seegraswiesen und Muschelbänke mit Sedimenten überdecken würde. Der entstehende Lärm wird bedrohte Schweinswale und seltene Seevögel vertreiben. Nord Stream 2 muss nach Meinung des NABU gestoppt werden.

Quelle: NABU

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