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MeiDresden.de - Aktuelle News aus Dresden und der Umgebung - Petition für „Wohnen am Alten Leipziger Bahnhof“ gestartet

MeiDresden.de  15.09.2017  17:45 Uhr - Das Gelände um den Alten Leipziger Bahnhof ist ein Juwel für die Stadtentwicklung. Eine wachsende Stadt wie Dresden braucht innerstädtische Flächen für Wohnen, Leben und Arbeiten anstatt eines großen Einkaufszentrums auf diesem Gelände, sagte die Initiatorin Judith Brombacher auf der Pressekonferenz am Freitag. Durch den Bau eines großen Einkaufstempels in der Innenstadt hätten Kleinunternehmer mit massiven Problemen zu kämpfen. Das wär eine katastrophale Entwicklung für das Gebiet, so Initiatorin Judith Brombacher.

Ein Beispiel wäre die Oschatzer Straße. Hier gibt es eine sehr hohe Fluktuation der Geschäfte. Auch Inhaber vom "savoir vivre" auf der Bürgerstraße sieht die Zukunft bei Bau von Globus sehr kritisch. Er will aus Pieschen nicht weg. Der Bau hätte eine große Sorgwirkung für Kunden. Dann wäre das Lädensterben in Pieschen nicht mehr aufzuhalten. Es müssen Werte erhalten bleben, anstatt Werte abzuschaffen ...

Geschäftsführer: Uwe Sochor - "savoir vivre" Bürger Str.65   Foto: MeiDresden.de

Mit der gestarteten Petition will die Bürgerinitiative „Wohnen und Leben am Leipziger Bahnhof Stimmen gegen den Bau eines großen Einzelhandelsmarktes sammeln. Auch ein Bürgerentscheid wäre denkbar, sagte Judith Brombacher am Freitag.

Im Petition Beschlusstext heisst es:

Wir fordern den Stadtrat auf, unverzüglich den Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan 6007 (V 1234/11), Dresden-Neustadt, „Globus SB-Markt am Alten Leipziger Bahnhof“ mit 12.000 qm Ver-kaufsfläche und 1.047 Stellplätzen am Alten Leipziger Bahnhof aufzuheben und stattdessen, unter Berücksichtigung der Denkmalschutzbelange, ein neues Wohnquartier zu planen.

Petition unterzeichnen - http://www.dresden.de/de/leben/gesellschaft/buergebeteiligung/epetition.php

Dresden wächst jedes Jahr um ca. 5.000 Einwohner. Waren es kurz vor der Jahrtausendwende noch unter 500.000 EinwohnerInnen, so erscheint jetzt sogar eine Einwohnerzahl von bis zu 600.000 im Jahr 2030 realistisch. Diese Entwicklung ist erfreulich und insbesondere die große Anzahl an Kindern macht das Leben in Dresden fröhlich und lebendig. Das Wachstum stellt aber auch eine große Herausforderung dar. Schulen und Kitas müssen neu ent-stehen, der Verkehr muss platzsparender und schadstoffärmer werden und viele kleine Grünoasen müssen in der sich verdichtenden Stadt für Naherholung und Ausgleich sorgen. Insbesondere brau-chen wir mehr Wohnraum und dezentrale Versorgung (Büro, kleine Geschäfte, Gastro, Kultur). Diese Notwendigkeit hat die Stadt auch schon erkannt und plant grundsätzlich die Stadtentwicklung unter dem Motto "kompakte Stadt im ökologischen Netz".

 

Initiatorin Judith Brombacher (mitte)   Foto: MeiDresden.de

Das Areal um den Alten-Schlachthof und auf dem Alten Leipziger Bahnhof (zwischen Elbe, Erfurter Straße und Bahndamm) in der Leipziger Vorstadt ist ein idealer Ort, um Wohnen, Arbeiten, Leben und Freizeit mitten in der Stadt zu entwickeln. Hier könnte ein lebendiges und neues Wohnviertel entstehen. Ein Viertel der kurzen Wege, ideal angebunden an den Neustädter Bahnhof, den ÖPNV und die Elb-wiesen. Ein Viertel, ideal für eine sich verdichtende Stadt. Ein Viertel, welches endlich eine erlebbare Verbindung zwischen Pieschen und der Neustadt schafft. Ein Viertel, das ein Juwel für die Stadtent-wicklung ist.
Um eine Entwicklung in diese Richtung wieder anzustoßen, hat der Stadtrat im Jahr 2015 beschlossen, den ursprünglichen Masterplan aus 2009 wieder aufzunehmen und auf dem gesamten Gelände um den Alten Leipziger Bahnhof ein gemischtes Wohngebiet zu planen (V2940/14).

Allerdings wird die Umsetzung dieses Beschlusses momentan noch durch einen von der Zeit überholten Bebauungsplanentwurf aus dem Jahr 2011 behindert (Aufstellungsbeschluss Bebauungsplan 6007, V1234/11). Laut diesem Bebauungsplan sollte auf großen Teilen des Geländes ein riesiges Einkaufs-zentrum mit über 1.000 Parkplätzen entstehen. Ein solches Stau erzeugendes Einkaufszentrum, das Kaufkraft aus den angrenzenden Stadtvierteln abzieht und im Herzen Dresdens einen drei Fußballfel-der großen Parkplatz entstehen lässt, stünde den verkehrspolitischen und Stadtentwicklungs-Zielen Dresdens komplett entgegen.

Foto: MeiDresden.de

Für eine positive Entwicklung von Pieschen, der Neustadt und dem Areal der Leipziger-Vorstadt ist nun unabdingbar, dass der Entwurf des Bebauungsplans 6007 endlich aufgehoben wird. Nur dann kann die Stadt das neue Stadtquartier mit vielen Wohnungen und kleinen Parks im Herzen Dresdens weiter voran bringen. Um dieses Ziel zu erreichen, haben sich daher im Mai 2017 Ortsbeiräte von Neustadt und Pieschen ausdrücklich für ein neues Wohn-Stadtquartier und gegen die überholten Einkaufszentrum-Pläne ausgesprochen. Diesem politischen Willen aus beiden Stadtteilen ist der Stadtrat bislang leider nicht gefolgt. Daher ist nun das Ziel dieser Petition, den Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan 6007 endlich aufzuheben.

Quelle und weitere Informationen: www.wohnen-am-leipziger-bahnhof.de

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