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MeiDresden.de - Aktuelle News aus Dresden und der Umgebung - THEMA: Die Tage im Hochhaus sind gezählt - zeitnahe Vor- Ort-Beratung des Sozialamtes im Hochhaus

MeiDresden.de  28.09.2017  17:06 Uhr - (MS) - update 29.09.2017 13:40 Uhr - Die Tage sind gezählt, im einst Vorzeigehochhaus. Das Gebäude muss bis spätestens Ende Februar 2018 leergezogen sein und die Wohnnutzung aufgegeben werden, so lautete es in einer Pressemeldung der Stadt am Mittwoch. Grund für die Räumung des Hauses sind Sanierungs-, Modernisierungs-, Reparatur- und Wartungsarbeiten. In dem Schreiben, welches die Mieter am Donnerstag bekommen haben, standen lediglich Adressen wo man sich Hilfe holen kann. Wir wollten von der Stadt auf mehrfacher Nachfrage wissen, Was geschieht, wenn ein Mieter/ weitere Mieter  nicht ausziehen bzw. ausziehen können weil sie gesundheitlich nicht in der Lage sind?

Auf unsere direkte Nachfrage antwortete das der Geschäftsbereich Arbeit, Soziales, Gesundheit und Wohnen der Landeshauptstadt Dresden wie folgt:

Es ist grundsätzlich Aufgabe des Eigentümers in solch einem gelagerten Fall die Mieterinnen und Mietern entsprechend zu unterstützen.

Vorausgesetzt, der Eigentümer würde seinen Verpflichtungen nicht nachkommen, alle Mieterinnen und Mieter entsprechend zu unterstützen, so ist dennoch sichergestellt, dass auch die Mieterinnen und Mieter, die bis zum 28. Februar 2018 nicht ausziehen können, entweder bei einem Umzug unterstützt oder bedarfsgerecht untergebracht werden. Die Landeshauptstadt Dresden ist als Unterbringungsbehörde verpflichtet, Personen bei Bedarf unterzubringen. In diesem Rahmen wird für jede Person eine geeignete Unterbringungsform gesucht. Dieser Pflichtaufgabe kommen wir selbstverständlich auch in diesem konkreten Fall, sollte dies notwendig sein. Das Sozialamt Dresden wird zeitnah eine Vor- Ort-Beratung im Hochhaus in der Grunaer Straße 5 durchführen. Im Rahmen dieser Begehung wird das Sachgebiet Offene Altenhilfe direkt Kontakt aufnehmen zu den Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen Unterstützung und Begleitung bei einem Auszug benötigen und im jeweiligen Einzelfall die notwendige Hilfe besprechen und organisieren.

Bis zum heutigen Tag gab es eine Vorsprache einer Mieterin im Sozialamt, die zunächst eine Erst-Beratung begehrte. Eine Wohnungsvermittlung fand daher bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht statt.

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Die Tage sind gezählt, im einst Vorzeigehochhaus. Das Gebäude muss bis spätestens Ende Februar 2018 leergezogen sein und die Wohnnutzung aufgegeben werden, so lautete es in einer Pressemeldung der Stadt am Mittwoch. Grund für die Räumung des Hauses sind Sanierungs-, Modernisierungs-, Reparatur- und Wartungsarbeiten. Es gibt gravierende brandschutztechnische Mängel im Gebäude, der nach der Sächsischen Bauordnung vorgeschriebene zweite Rettungsweg existiert nicht. Auch der erste Rettungsweg über Flure und Treppenhaus entspricht nicht den Vorschriften der Sächsischen Bauordnung, so die Stadt weiter. Am Donnerstag erhielten die Mieter den besagten Brief.

Sollte der Eigentümer bis zum gesetzten Termin nicht handeln, muss das Haus wie angekündigt geräumt werden. Doch nun kommts, nur weil der Eigentümer nicht handelt sind die Mieter nun in der Bredouille. Sie müssen sich nun selber kümmern, so wie noch Mieter Ferry Rekitt. Er wohnt in einer 46 m² großen Wohnung in der 11.Etage. MeiDresden.de hatte die Gelegenheit sich im Haus einmal umzusehen und mit ihm zu sprechen.



Schon der Eingang ist voller Schmierereien. Wohnqualität sieht anders aus. Auch das Treppenhaus ist einfach vollgeschmiert. Der Mieter Ferry Rekitt nahm uns mit und wir fuhren in dem kleinen Fahrstuhl in die 11.Etage.  Da angekommen, wurde schnell klar wie es in dem einst Vorzeigehochhaus aussieht. Kein Licht auf dem Gang und kaputte Schalter. Der Boden voller Staub, dass ist aber nur das kleines Problem.

In der Wohnung angekommen zeigt uns Rekitt den wunderschönen Blick auf die Frauenkirche. Das kann mir keiner mehr bieten. Wunderschön ist es am Abend, wenn die Sonne hinter der Frauenkirche untergeht schwärmt er.

Mieter Ferry Rekitt

Der Blick ist unbezahlbar...
Doch was einmal aus dem Hochhaus wird steht in den Sternen, nicht für Ferry Rekitt. Er sieht das Hochhaus einmal als "Luxushaus". Bei der Lage, wird das mal die Nummer eins. Bis jetzt haben sie uns nicht rausbekommen, nun versuchen sie es auf diesem Wege. Das nennt man auch "Enteignung" schümpft er weiter. Aber nun müssen "die" erstmal handeln.



Doch was ist aus dem Haus geworden? Von Verwaltung zu neuer Verwaltung wurde es schlechter. Auf dem langen Gang in der 11.Etage wohnen nur noch 2 Mieter. Die Gänge sind verstaubt, es gibt offene Stromkabel bzw. Lichtschalter die keine mehr sind. Nachts ist es dunkel, die Notbeleuchtung funktioniert nicht. Fenster und Türen haben keinen Schallschutz. Auch die Heizung funktioniert nicht mehr, es ist einfach kalt.
Von den 2 Fahrstühlen funktioniert nur einer und das auch nur wenn er mal funktioniert ärgert sich Rekitt sichtlich.

Am Donnerstag erhielten die Mieter den besagten Brief vom Bauaufsichtsamt der Stadtverwaltung Dresden. Wie dem Brief zu entnehmen war können sich die Mieter zwar zu dem ganzen äußern aber letztendlich ist der 28.Februar 2018 der Tag, an dem die Mieter das Haus verlassen müssen. Bis dahin werden die Mieter nur noch geduldet.

Auf einer weiteren Seite waren Adressen unter anderem vom Sozialamt abgedruckt.

MeiDresden.de fragte bei der Stadt nach: Was geschieht, wenn ein Mieter/ weitere Mieter  nicht ausziehen bzw. ausziehen können weil sie gesundheitlich nicht in der Lage sind?
die Antwort: ... der Eigentümer und Vermieter ist jetzt in der Pflicht. Er hat mit den Mietern einen Mietvertrag, aus dem seine Verpflichtungen erwachsen. Die Frage, wie er jetzt genau vorgeht, ist an den Eigentümer zu richten. Die Landeshauptstadt Dresden schickt zudem an alle Mieter ein ausführliches Informationsschreiben. Das Sozialamt ist ebenfalls informiert und eingebunden...

Wie es weiter geht, MeiDresden.de bleibt dran.  Alle Fotos: MeiDresden.de/Mike Schiller

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