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MeiDresden.de - Aktuelle News aus Dresden und der Umgebung - DREWAG beginnt mit dem Bau des Elbtunnels – Ausbau der Fernwärme in Pieschen schreitet weiter voran

MeiDresden.de  09.05.2019  11:55 Uhr - Bereits im Sommer 2017 begann die DREWAG mit dem umfangreichen und anspruchsvollen Projekt Fernwärmeausbau in Dresden-Pieschen. Dabei geht es um die Verlegung einer neuen Hauptfernwärmeleitung von der Semperoper über eine Elbquerung unterhalb der Marienbrücke zum Elbufer der Leipziger Vorstadt und bis zum Heizkraftwerk Mickten. Durch den Zickzack-Verlauf der Hauptleitung und zahlreicher Nebenleitungen wird der größte Teil Pieschens bis 2021 mit Fernwärme erschlossen.

Der Anschluss des Stadtteils an das zentrale Fernwärmenetz ist ein Baustein der städtischen Klimaschutzstrategie. Der Ausbau und die Verdichtung des Fernwärmenetzes sind maßgeblich, um die städtischen Klimaschutzziele zu erreichen.

Foto: Frank Loose

Allein durch den Fernwärme-Anschluss dieses Gebietes werden jährlich über 3.200 Tonnen Kohlendioxid weniger in die Luft geblasen. Der Großteil der Fernwärme wird im Gasturbinenheizkraftwerk an der Nossener Brücke jenseits der Elbe produziert, das mit umweltfreundlicher Kraft-Wärme-Kopplung die Abwärme der Stromproduktion CO2-arm nutzt. Derzeit ist die Neustädter Elbseite nur durch eine Haupttrasse mit dem Heizkraftwerk Nossener Brücke und Reick verbunden, die in der Carolabrücke verläuft. Die Verbindung kommt aber langsam an ihre Grenzen. Der DREWAG geht es auch um Versorgungssicherheit. Deshalb ist der Tunnel ein Stück elbabwärts von der Marienbrücke geplant. Vorbereitungsarbeiten für diesen Elbdüker werden ab Juni am Terrassenufer und dem Elberadweg stattfinden.

Foto: PR/DREWAG


Der Baustand
Auf ca. 10,5 Kilometer Länge summieren sich die Fernwärmeleitungen, die bis 2021 in der Leipziger Vorstadt und in Pieschen verlegt werden. 4,1 Kilometer sind bereits fertig. Dazu gehört der wichtige Abschnitt der Haupttrasse, der sich vom Menarini-Gelände am Elberadweg über das Areal der Hafen City, über die Leipziger Straße hinweg, vorbei am Schulstandort Gehestraße bis in die Konkordienstraße erstreckt. Die Arbeiten an der Haupttrasse bis zum Heizkraftwerk Mickten (auf dem Gelände des Sachsenbades) sollen bis Ende September 2019 abgeschlossen sein. Danach kann die schrittweise Außerbetriebnahme des HKW Mickten erfolgen. Weitere 1,8 Kilometer sind derzeit in Arbeit. So z. B. in der Torgauer Straße, Riesaer Straße, Mohnstraße und  Hubertusstraße.

In der Leisniger Straße, der Osterbergstraße, der Riesaer Straße und in der Moritzburger Straße wird noch im Jahr 2019 mit dem Bau begonnen. Die restlichen  sollen in den Jahren 2020 und 2021 erschlossen werden. 2020 soll gemeinsam mit dem 110-kV-Netz die Verlegung der Fernwärmeleitungen in Richtung Lommatzscher Straße beginnen. Schwierigstes Projekt ist hier die Querung der Leipziger Straße. Wie schon an der Leipziger Straße auf Höhe der Gothaer Straße ist auch dort eine Durchörterung geplant.

Foto: PR/DREWAG

Die Anschlussleitung auf der Altstädter Seite und der Elbtunnel
Der erste Abschnitt erstreckt sich vom Probebühnengebäude der Semperoper am linken Elbufer, quert das Terrassenufer und führt über den Elberadweg bis zum Volksfestgelände unterhalb der Marienbrücke. Dort schließt sich der zweite Bauabschnitt – der Elbdüker an. Dieser unterquert die Elbe und wird rechtselbisch in Höhe Uferstraße in die dort vorhandenen Fernwärmetrasse eingebunden.Hier soll Dresdens erster begehbarer Elbtunnel für die neue Trasse gebaut werden, begehbar allerdings nur für Spezialisten, die Leitungen und Armaturen überprüfen oder instand setzen müssen. Geplant ist eine Röhre mit 3,20 Meter Außendurchmesser aus Stahlbeton-Fertigteilen.

Zuerst wird am Volksfestgelände an der Pieschener Allee ab Anfang Juni 2019 die Startgrube errichtet. Sie wird 18 Meter tief und besteht aus einem gewaltigen Stahlbetonkasten, der schrittweise ins Erdreich abgesenkt wird. Danach entsteht gegenüber am Neustädter Elberadweg die Zielgrube. Ist die vier Meter starke Bodenplatte im Bauwerk unterm Volksfestgelände fertig, kommt die Stunde der Tunnelbohrmaschine. Deren Werkzeug ist eine 3,20 Meter große rotierende Schneide.

Mit diesem sogenannten Hydroschild werden Erde und Fels knapp sieben Meter unter der Elbsohle abgetragen, mit hohem Wasserdruck ausgespült und durch Pumprohre im Kreislauf abtransportiert. Auf diese Weise kann bis zu zehn Meter Vortrieb pro Tag erreicht werden. Parallel zum Vortrieb drückt eine Hydraulik-Presse die Betonfertigteile hinter der Tunnelbohrmaschine in die freigelegte Röhre. Da diese 250 Meter lang ist, ist im Tunnel eine Zwischenpresse vorgesehen. Die Errichtung des Elbtunnels ist eine enorme technologische Herausforderung. Ist die Röhre fertig, werden die beiden Fernwärmerohre verlegt und die technische Ausrüstung installiert. Geplant ist, dass der Tunnel Ende November 2020 fertig wird. Er soll 100 Jahre halten.

Fakten

4.500 Wohnungen sollen künftig in Pieschen mit Fernwärme beheizt werden. Dresdens Fernwärmenetz ist bereits jetzt 592 Kilometer lang. Jährlich kommen rund 10 Kilometer dazu. Die neue Fernwärmetrasse umfasst 4,5 Kilometer Hauptleitungen sowie 8,6 Kilometer Nebenleitungen. Die geplante Länge im Gebiet Pieschen (BA C+D) beträgt 10.535 Meter. Davon sind bisher rund 4.130 m fertig gestellt,  ca. 1.815 m derzeit im Bau und 4.590 m noch nicht begonnen. Die Gesamtmaßnahme kostet rund 41 Mio. Euro, der Elbtunnel allein neun Mio. Euro. Das Gesamtprojekt Dresden Nordwest wird durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und die Landeshauptstadt Dresden zur Reduzierung der CO2-Emission mit rund 8,9 Mio. Euro gefördert. Davon stellen die EU 80% und die Landeshauptstadt Dresden 20% zur Verfügung.

Quelle: DREWAG - Stadtwerke Dresden GmbH/ZxP

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