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MeiDresden.de - Aktuelle News aus Dresden und der Umgebung - Dresdens Neue Schatzkammer in ehemaliger Bundesbank

MeiDresden.de  29.09.2019  15:10 Uhr - Die Schaltzentrale und „Schatzkammer des Lebens“ der DKMS befindet sich nach umfangreichen Umbauarbeiten seit 2019 im Gebäude der ehemaligen Dresdner Bundesbank. Dort, wo einst unter Hochsicherheitsvorkehrungen Geld und Gold lagerten, geht es heute vor allem um eines: noch schneller als bisher den optimalen Stammzellspender für Patienten in Not zu finden und für eine rasche Vermittlung bereitzustellen. Damit unterstützt das Labor ganz maßgeblich den Auftrag der DKMS, mehr Lebenschancen für Blutkrebspatienten weltweit zu ermöglichen.

Am neuen Standort steht dem DKMS Life Science Lab nun eine Gesamtfläche von über 4.500 Quadratmetern zur Verfügung. Täglich werden dort in einem aufwendigen Prozess bis zu 7.000 Proben mit Wangenschleimhautabstrichen von neuen Spendern analysiert und gelagert. Daran beteiligt sind insgesamt 135 Mitarbeiter an etwa 800 technischen Geräten.

Ehemalige Bundesbank ist jetzt die DKMS Schatzkammer   Foto: MeiDresden.de/Mike Schiller

„Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein“: Jeden Tag lassen sich in Deutschland frei nach dem DKMS-Slogan im Durchschnitt über 1900 Menschen neu als Stammzellspender bei der DKMS registrieren, weltweit sind es über 3400. Jeder Einzelne von ihnen wird im DKMS Life Science Lab in Dresden auf seine Gewebemerkmale hin analysiert, man spricht auch von einer HLA-Typisierung.

Tobias Sauer / DKMS Life Science Lab

Dabei kommen im DKMS Life Science Lab moderneste biotechnologische Verfahren zum Einsatz. So hat das Labor als erstes HLA-Typisierungslabor weltweit eine neue Technologie, das so genannte Next Generation Sequencing (NGS) – für Hochdurchsatz-Typisierungen etabliert. Heute werden mit diesem Verfahren über eine Million potenzielle Stammzellspender pro Jahr typisiert. Hierbei wird die aus Mundschleimhautproben extrahierte DNA analysiert, um die genauen genetischen Profile potenzieller Stammzellspender bezüglich ihrer Gewebemerkmale (HLA-Merkmale) zu bestimmen. Diese Profile sind unerlässlich, um potenzielle Spender für Patienten zu identifizieren, die eine Stammzelltransplantation benötigen. Nur sehr ähnliche Gewebemerkmale von Spender und Patient können das Risiko von Komplikationen nach der Transplantation minimieren.

Wissenschaftliche Erkenntnisse von denen Patienten profitieren

Das Dresdner DKMS Labor schafft die Grundlage für bestmögliche Typisierungsergebnisse von DKMS-Spendern. „Von Beginn an ist es unser Ziel, die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse für die erfolgreiche Vermittlung von Spendern sofort in unseren Prozess aufzunehmen und somit das Typisierungsprofil unserer Spender kontinuierlich um neue Parameter zu erweitern. So lässt sich schneller und besser prüfen, ob und wie gut ein möglicher Stammzellspender zu einem Blutkrebspatienten in Not passt“, erklärt Thomas Schäfer, Geschäftsführer des DKMS Life Science Lab. Ziel sei es, die Überlebensrate für Patienten nach einer Stammzelltransplantation mit einem unverwandten Spender zu verbessern.

Tobias Sauer / DKMS Life Science Lab

Den Umzug an den neuen Standort ohne Beeinträchtigung der Arbeit im DKMS-Labor durchzuführen, war eine logistische und zeitliche Herausforderung: innerhalb weniger Monate musste das Gebäude auf die speziellen Bedürfnisse des Labors – zum Beispiel Deckenlast, Abluft, Stromversorgung und Infrastruktur – angepasst und umgebaut werden. Dazu wurde die bestehende Bausubstanz komplett entkernt und neu geplant, insgesamt waren daran rund 25 Gewerke beteiligt. Neben zahlreichen Fachabteilungen – darunter Bioinformatik, Forschung und Entwicklung und Qualitätsmanagement – die nun unter einem Dach zusammengezogen sind, sind dem Life Science Lab auch ein klinisches Labor für Typisierungen von Patienten und ihren Verwandten sowie eine eigene Sucheinheit angeschlossen.

Ehemalige Bundesbank ist jetzt die DKMS Schatzkammer   Foto: MeiDresden.de/Mike Schiller

Damit herrschen nun ideale logistische und infrastrukturelle Voraussetzungen für die weitere Entwicklung und das Wachstum des Labors – immer mit dem Ziel der DKMS, noch mehr Spender in mehr transplantationsrelevanten Merkmalen zu typisieren und an Patienten in aller Welt zu vermitteln.

Quelle: DKMS

 

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