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MeiDresden.de - Aktuelle News aus Dresden und der Umgebung - Neues Konzept für Suchtprävention und Aufenthaltsqualität am Wiener Platz

MeiDresden.de  01.12.2017  14:00 Uhr - Was wurde nicht alles schon versprochen den Wiener Platz Drogenfrei zu bekommen. Die Betonung liegt auf "versprochen" Wir erinnern gerne mal an eine Begehung 2016 durch Herrn Ulbig und weiteren Vertretern der Stadt. Passiert ist nichts! (MeiDresden.de berichtete) Nun will man mit verschiedenen aufeinander abgestimmter Maßnahmen den Wiener Platz zu einem sicheren und möglichst drogenfreien Ort für Anwohner, Gewerbetreibende und Touristen machen.

„Für Bahn- und Fernbusreisende ist der Wiener Platz das Eingangstor zu Sachsens Landeshauptstadt. Schon deshalb können und dürfen wir es uns nicht leisten, diesen innerstädtischen Platz veröden zu lassen“, erklärt Dr. Kristin Klaudia Kaufmann, Beigeordnete für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Wohnen. „Konkret geht es darum, das Suchthilfesystem zu verbessern und die Sicherheit am und im Umfeld des Wiener Platzes zu erhöhen. Es braucht Angebote zum Ausstieg aus dem Teufelskreis von Drogen, Gewalt und Kriminalität und Angebote, damit Menschen gar nicht erst in diese Falle hineintappen“, so Kaufmann weiter.

Foto: MeiDresden.de

„Maßnahmen zur Kriminalitätsbekämpfung am Wiener Platz“ leiten sich fünf konkrete Ziele zur sozialräumlichen Drogenprävention  ab:
1.Vermeidung von öffentlichem Drogenhandel und öffentlichem Suchtmittelkonsum (inklusive Alkohol) sowie Verhinderung der Bildung bzw. Zurückdrängung der offenen Szene,
2.verstärkte Vermittlung von Betroffenen in das lokale Suchthilfesystem,
3.Weiterentwicklung und Qualifizierung der sozialen Infrastruktur im Stadtteil, Etablierung einer Kooperations - und  Kommunikationsstruktur zwischen den Hilfeeinrichtungen und - organisationen sowie dem Gemeinwesen,
4. abgestimmter Einsatz repressiver, helfender und präventiver Maßnahmen und Angebote, Kooperation und Vernetzung der Akteure für Repression, Hilfe und Prävention und
5.langfristige Entspannung der Situation im Sozialraum. Diese Ziele werden im Rahmen dieses bis 2020 angelegten Maßnahmenplans in einem modularen ganzheitlichen szenespezifischen sozialraumorientierten sucht-und kiminalpräventiven Ansatz verwirklicht

 

Quelle: Landeshauptstadt Dresden

Diese Ziele werden im Rahmen dieses bis 2020 angelegten Maßnahmenplans in einem modularen ganzheitlichen szenespezifischen sozialraumorientierten sucht -und kriminalpräventiven Ansatz verwirklicht. Dieser Ansatz verfolgt eine ausgewogene Balance zwischen einerseits gesundheits-, sozial-und Integrationsfördernden Maßnahmen als Hilfe für die konsumierenden Menschen,vor allem in besonderen igrationsspezifischen Lebenslagen, und andererseits repressiven Maßnahmen, die sich gegen den Handel mit illegalen Drogen richten und dem Schutz aller Dresdnerinnen und Dresdner dienen.

Im Fokus dieses Maßnahmenplans stehen Menschen mit missbräuchlichem Suchtmittelkonsum, einschließlich Menschen in besonderen migrationsspezifischen Lebenslagen. Junge Menschen sollen bei der Suche nach Orientierung und ökonomischen Perspektiven davor geschützt werden, dass sie sich für kriminelle bzw. delinquente Lebensbewältigungsstrategien gewinnen lassen.

1. Prävention
Mit Aktionen im Umfeld des Wiener Platzes und an weiteren Brennpunkten sollen Risikogruppen besser angesprochen und über die Gefahren des Drogenkonsums aufgeklärt werden. Die Sozialen Dienste nehmen dabei eine starke Rolle ein, insbesondere Jugendhilfe und Suchthilfe. Der Wiener Platz soll langfristig baulich so gestaltet werden, dass er kein Refugium für kriminelles Verhalten bietet. Er soll ein attraktiv für die Anwohner, für Familien und für Touristen sein. Gedacht wird beispielsweise an Grünflächen, Spiel- und Sportgeräte, Videoinstallationen oder eine neue Haltestelle der Fahrbibliothek an der Prager Spitze. Eine flexible Sucht-Straßensozialarbeit wird eingerichtet, die über die herkömmlichen Kommstrukturen1 hinausgehen und sich der Entwicklung der Dealer- und Konsumentenszene anpassen wird. Zielgruppe sind in erster Linie Erwachsene, die riskant Suchtmittel konsumieren.

2. Intervention
In unmittelbarer Nähe zum Wiener Platz soll eine Anlaufstelle für Suchtmittelkonsumenten entstehen. „Sie ergänzt die Beratungsinfrastruktur unserer Stadt. Da in diesem Sozialraum zuletzt auch Migranten als Konsumenten und Händler von Drogen auffällig wurden, sollen die Mitarbeiter über entsprechende Sprachkenntnisse und interkulturelle Kompetenzen verfügen. Wir erhoffen uns davon einen frühzeitigeren Zugang zu den Konsumenten. Das ist wichtig für eine erfolgreiche Suchtberatung und -behandlung“ erläutert die städtische Koordinatorin Suchtprävention, Dr. Kristin Ferse.

3. Repression
Der Maßnahmenplan sieht konsequentes Handeln und Ausschöpfen aller rechtlich möglichen repressiven Mittel vor. „Durch zusätzliche Stellen im Ordnungsamt können wir die Dienstzeiten ausweiten, sodass auch in den Abend- und Nachtstunden Kontrollen des Ordnungsamts am Wiener Platz möglich sein werden“, sagt Detlef Sittel, Erster Bürgermeister und Beigeordneter für Ordnung und Sicherheit. Denn besonders bei Dunkelheit nimmt das Sicherheitsgefühl der Dresdnerinnen und Dresdner ab, wie eine Auswertung der Kommunalen Bürgerumfrage 2016 ergab. „Auch Polizeieinsätze sind als klassische Maßnahmen Teil unseres gemeinsamen Plans“, fügt Polizeioberrat André Marschke, Leiter des Polizeireviers Dresden-Mitte, hinzu.

„Der Maßnahmenplan bringt die Akteure in allen Ortsamtsbereichen enger zusammen, die Brennpunkte wie jenen am Wiener Platz aufweisen. Nur so können sie ihre Aktivitäten optimal aufeinander abstimmen“, stellt Kaufmann fest. Die vorgeschlagenen Ideen sollen in Arbeitsgruppen unter Federführung der Ortsamtsleiter koordiniert und umgesetzt werden. Dadurch soll Transparenz für die Ortsbeiräte erreicht werden. Die sozialräumlichen Arbeitsgruppen werden frühzeitig einberufen, damit sich Brennpunkte in den Stadtteilen nicht verfestigen. Sie werden von der Koordinatorin Suchtprävention unterstützt.

Der Maßnahmenplan für Suchtprävention am Wiener Platz und weiteren Brennpunkten bis 2020 (V1708/17) wird voraussichtlich im Januar 2018 im Stadtrat behandelt.
1) Kommstruktur = die Klienten kommen ins Büro des Beraters

Quelle: Landeshauptstadt Dresden

 

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