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MeiDresden.de - Aktuelle News aus Dresden und der Umgebung - Abschied von der Wasastraße nach gut 122 Jahren Straßenbahnbetrieb
+++ Am Dienstag, 15. Januar 2019, werden die Sicherheitsbeschäftigten an den mitteldeutschen Flughäfen dem ver.di Aufruf folgen und ihre Arbeit niederlegen. Dresden - Streik von 3:00 bis 21:00 Uhr (Angaben ohne Gewähr) +++

MeiDresden.de  12.01.2019 12:42 UhrMit dem Neubau der Straßenbahntrasse auf der Oskarstraße fahren Sonntagnacht zum letzten Mal Straßenbahnen auf der Wasa- und Franz-Liszt-Straße. Der letzte Linienwagen passiert die Wasastraße am Montag, dem 14. Januar 2019, 3:59 Uhr als Linie 13 nach Prohlis. Danach ist endgültig Schluss. Im Anschluss beginnt der Umbau für die neue Streckenführung vom Wasaplatz über den S-Bahn-Haltepunkt Strehlen. Nun endet nach gut 122 Jahren der Straßenbahnbetrieb auf der Wasastraße. Dafür wartet ab Sommer 2019 eine komfortablere Verbindung über Oskarstraße mit Umsteigemöglichkeit zur S-Bahn auf alle Fahrgäste der heutigen Linien 9 und 13.

Im Rahmen des Projektes „Stadtbahn Dresden 2020“ weitet sich das Baufeld ab Montag, 14. Januar 2019, von der Oskarstraße bis zum Wasaplatz aus. Während der Bauarbeiten sind die Lockwitzer Straße und Wasastraße für den Durchgangsverkehr gesperrt. Der Wasaplatz kann über die Caspar-David-Friedrich-Straße und Kreischaer Straße erreicht werden. Als zusätzliche Alternative gibt es eine Durchfahrt über August-Bebel-Straße und Franz-Liszt-Straße. Dazu wird vorher die vorhandene Bushaltestelle verlegt. Die Verkehrsführung der Buslinien 61, 63, 75 und 85 ändert sich. Die Straßenbahnlinien 9 und 13 werden geteilt.

Foto: MeiDresden.de/Mike Schiller

Ab 4 Uhr treten folgende Umleitungen in Kraft:

Linie 9: Verkehrt von Kaditz kommend wie bisher durch die Innenstadt, über Hauptbahnhof Nord bis zum Lennéplatz. Von dort aus geht es als „13“ weiter über Straßburger Platz, Sachsenallee nach Mickten.

Linie 13: Verkehrt von Mickten planmäßig bis Straßburger Platz und weiter zum Lennéplatz. Von dort aus fahren die Wagen als „9“ über Hauptbahnhof Nord nach Kaditz.

Linie 9/13: Im Osten pendeln die Bahnen als Linie 9/13 von Prohlis über Reicker Straße bis zum Gleisdreieck Hugo-Bürkner-Straße.

EV 9/13: Zwischen Hugo-Bürkner-Straße und Lennéplatz sind Busse als Ersatz unterwegs. Sie fahren über Cäcilienstraße, Altstrehlen und Franz-Liszt-Straße.

Linie 61: Wird zwischen Caspar-David-Friedrich-Straße und Tiergartenstraße über August-Bebel-Straße und Franz-Liszt-Straße umgeleitet.

Linie 63: Fährt Umleitung zwischen Gostritzer Straße und Karcherallee über Lockwitzer Straße, Cäcilienstraße und Rayskistraße.

Linie 75: Verkehrt zwischen Wilhelm-Franke-Straße und Lennéplatz über Teplitzer Straße. In Richtung Stadtzentrum fahren die Busse zunächst über Lockwitzer Straße bis zur Einmündung Lenbachstraße.

Linie 85: Wird zwischen Caspar-David-Friedrich-Straße und Karcheralle umgeleitet. Rich-tung Striesen fahren die Wagen über August-Bebel-Straße, Franz-Liszt-Straße und Tiergartenstraße. Richtung Löbtau geht es über Rayskistraße, Altstrehlen und Heinrich-Zille-Straße.   

Foto: MeiDresden.de/Mike Schiller

Im Zuge des Baufortschritts für die neue Stadtbahntrasse auf der Oskarstraße erhält nun auch der Wasaplatz sein neues Gesicht. Dafür erweitert sich das Baufeld auf die Lockwitzer Straße bis zur Einmündung Lannerstraße. Neben den Straßenbahngleisen, die auf der Lockwitzer Straße an die bereits rekonstruierte Trasse Richtung Hugo-Bürkner-Straße angeschlossen werden, sind auch sämtliche Versorgungsleitungen, die Fahrbahnen sowie die Fußwege zu erneuern. Für die Grünanlagen und das kleine Marktareal auf dem Wasaplatz gibt es Gestaltungswünsche, die im Zuge des Gleisbaus umgesetzt werden. Die Haltestellen für Busse und Bahnen entstehen barrierefrei. Sie werden komplettiert durch moderne Unterstände für Fahrgäste, Sitzgelegenheiten, elektronische Abfahrtstafeln und Ticketautomaten. Einschließlich der bereits begonnenen Trasse über Tiergartenstraße und Oskarstraße werden rund 1 100 Meter Doppelgleis sowie 116 Meter Einfachgleis für die Straßenbahn verlegt. Als Bauform kommt die so genannte feste Fahrbahn zum Einsatz. Dabei werden die Schienen vibrationsgedämmt auf einem Betonuntergrund befestigt. Diese Variante hat sich als leise und lange haltbar bewährt. Während abgefahrene Schienen später mit wenig Aufwand gewechselt werden können, bleibt der Untergrund bis zu 60 Jahre stabil. Voraussichtlich im Juni 2019 soll die Straßenbahn auf der neuen Trasse verkehren und dabei am Haltepunkt Strehlen den bequemen Umstieg von und zur S-Bahn herstellen. Nach der Freigabe folgen der Ausbau des Altgleises auf der Wasa- und Franz-Liszt-Straße und die grundhafte Erneuerung der Fahrbahnen und Gehwege in diesem Bereich.   

Infocontainer für Anwohner und Gewerbetreibende
Anwohner und Gewerbetreibende können sich mit Fragen, Wünschen oder Kritik immer donnerstags von 16 Uhr bis 18 Uhr im Infocontainer am Gustav-Adolf-Platz an die Vertreter der Oberbauleitung wenden. Alternativ kann auch eine E-Mail an oskarstraßDiese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! gesendet werden. Die vorübergehende Einschränkung der Zugänglichkeit von Läden oder Grundstücken wird im Vorfeld mit den Betroffenen abgestimmt.   

Teilprojekt „Stadtbahn Dresden 2020“
Die Baustelle ist Bestandteil des vom Stadtrat beschlossenen Projektes „Stadtbahn Dresden 2020“. Begonnen wurde am 1. März 2017 mit dem Abschnitt zuerst auf der Oskarstraße. Aufgrund eines Verfahrensfehlers der Genehmigungsbehörde Landesdirektion Sachsen stellte das Sächsische Oberverwaltungsgericht die aufschiebende Wirkung einer Klage fest. Für die bereits begonnene Baustelle der Landeshauptstadt Dresden und der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) bedeutete das einen mehr als 14-monatigen Baustopp, bevor am 6. Juli 2018 weitergebaut werden konnte. Ursprünglich waren für das Bauprojekt Gesamtkosten in Höhe von 16,7 Millionen Euro geplant. Durch die Unterbrechung haben sich sowohl der Bauablauf als auch der Bauzeitraum erheblich verändert. Auf die Bauherrengemeinschaft, bestehend aus Landeshauptstadt Dresden, Drewag Netz, Stadtentwässerung und DVB kommen insgesamt über fünf Millionen Euro Mehrkosten zu. Davon entfallen fast vier Millionen auf die DVB.         

Quelle: Landeshauptstadt Dresden
 

Geschichtliches zur Straßenbahn in Strehlen:

Nach Inbetriebnahme der Pferdebahn bis zum Eingang des Zoologischen Gartens westlich der Querallee am 22. Juli 1882 folgte nur rund einen Monat später die erste Verlängerung der Straßenbahn bis zum Restaurant „Goldene Krone“ in der Dohnaer Straße. Die Fahrt führt damals noch über die Palaisstraße (heute Franz-Liszt-Straße) und Residenzstraße (heute August-Bebel-Straße). Im Jahr 1892 erreichte die Bahn über den Wasaplatz die Dorotheenstraße und weitere zehn Jahre später den Endpunkt in Leubnitz-Neuostra am Restaurant „Edelweiß“. Am 18. Dezember 1896 fuhr die Straßenbahn der „Gelben“ (Dresdner Straßenbahngesellschaft), die inzwischen elektrifiziert wurde, erstmals auf dem kürzeren Weg über die Wasastraße. Damals kreuzte die Straßenbahn an der heutigen Franz-Liszt-Straße die Eisenbahnschienen Richtung Osten in einer Ebene. Durch die Höherlegung der Eisenbahn und die Aufnahme des viergleisigen Eisenbahnbetriebes am 14. November 1907 fiel die ebenerdige Kreuzung weg. Nicht viel später wurden auch die Straßenbahngleise erweitert. Sie führten fortan zweigleisig von und zum Wasaplatz. Seit dem 24. November 1925 fuhr immer die Linie 13 auf dieser Strecke. Andere Linien kamen hinzu.

Weitere Information der DVB zum Ersatzverkehr erhalten Sie hier:  https://meidresden.de/images/stories/Wasaplatz.pdf

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