Dresden. Aufgrund des starken Anwachsens der Schülerzahl muss ein neues Gebäude her, welches den Anforderungen und Bedürfnissen der Teilnehmer entspricht.

Anfangs waren es gerade einmal 15 Schüler. Jetzt, zwölf Jahre später, erhalten über 1.000 Bürger aller Altersklassen und sozialer Herkunft in den Räumen der Freien evangelischen Gemeinde Dresden Einzel- und Gruppenunterricht. Als Jazzpianist und Komponist Daniel Scheufler dank großer Nachfrage den gemeinnützigen Verein „Musikschule Goldenes Lamm (MSGL)“ als Arbeitsbereich der Gemeinde gegründet hat, hätte er nie mit so viel Zulauf gerechnet. Die private Musikschule bietet von Beginn an musikalische und tänzerische Bildung auch für diejenigen Menschen an, die finanziell sonst keinen Zugang dazu hätten. Patenschaften, ein Spendentopf sowie eine Förderung des Freistaats Sachsen zur Deckung der Musikschul- Personalkosten von 45 Lehrern tragen dazu bei, dass die Unterrichtsgebühren vergleichbar geringgehalten werden können.

Neubau Musikschule Goldenes Lamm Foto:MeiDresden/Frank LooseNeubau Musikschule Goldenes Lamm Foto:MeiDresden/Frank Loose

Als erste Musikschule Dresdens hat der Verein einen eigenen Fachbereich für Musikgeragogik und bietet etwa Senioren Kurse zum Entgegenwirken von Vereinsamung an, beispielsweise durch das Erlernen des Instruments Veeh-Harfe. Um an der Musikschule auf der Leipziger Straße 220 in Dresden-Pieschen lernen zu dürfen, müssen die Musikschüler jedoch nicht Mitglied der Kirchgemeinde sein. Aktuell liegt die Zahl der Gemeindemitglieder, die an der Musikschule Unterricht erhalten, bei unter 10 Prozent.

Trotz aller positiven Entwicklungen in den vergangenen Jahren benötigt die Musikschule weiterhin Spenden, um auch in Zukunft erfolgreich arbeiten zu können. Dazu gehört auch aufgrund des starken Anwachsens der Schülerzahl ein neues Gebäude, das den Anforderungen und Bedürfnissen von zeitgemäßem Musik- und Tanzunterricht entspricht. „Da wir keine kommunalen Fördermittel bekommen, sind wir seit Jahren auf Spenden angewiesen“, betont Musikschulleiter Daniel Scheufler. „Auch unseren lang geplanten Neubau der Musikschule müssen wir komplett aus Spendenmitteln realisieren. Hierfür nutzen wir alle Möglichkeiten, die sich uns bieten. Einer der Sammel-Höhepunkte war der Spendenlauf am 1. Mai 2019 unter der Schirmherrschaft von Barbara Klepsch MdL, der jetzigen Sächsischen Staatsministerin für Kultur und unsere
lokale Wahlkreisabgeordnete.“ Um langfristig die Zukunft der Musikschule zu sichern, gibt es inzwischen zusätzlich einen Förderverein, der sich auch an Alumni – also ehemalige Musikschüler - richtet. Federführend ist dort auch Samuel Rösch aktiv, Gewinner der Castingshow „The Voice of Germany“ und selbst ehemaliger Schüler der Musikschule Goldenes Lamm.

Neubau Musikschule Goldenes Lamm Foto:MeiDresden/Frank LooseNeubau Musikschule Goldenes Lamm Foto:MeiDresden/Frank Loose

In dieser Woche beginnen die Baumaßnahmen für das neue Schulgebäude am Goldenen Lamm. Aufgrund der allgemeinen Lage verzichtet die MSGL auf einen ersten offiziellen Spatenstich, hofft aber auf eine große feierliche Grundsteinlegung nach Ostern. „Nachdem wir im vergangenen März die Baugenehmigung erhalten haben, sind wir sofort in die Finanzierungsrunde gestartet und haben den Bau ausgeschrieben“, so Scheufler weiter. Drei Unternehmungen aus der Region haben daraufhin ihre Angebote abgegeben. Aufgrund von Nachverhandlungen wurde der Bauauftrag an die „OTTO QUAST Bauunternehmen Radeburg GmbH“ als Generalunternehmer vergeben. Die Baukosten von rund 3,5 Millionen Euro werden größtenteils durch bis jetzt eingegangene Spenden von über 2 Millionen Euro gedeckt, darunter Großspenden von der hessischen Friedhelm- Loh-Group über die Stiftung Wertestarter*/Berlin bis hin zur gemeinnützigen Siegerland-Stiftung.

Neubau Musikschule Goldenes Lamm Foto:MeiDresden/Frank LooseNeubau Musikschule Goldenes Lamm Foto:MeiDresden/Frank Loose

Die restliche Summe kommt teilweise über zinslose Darlehen von Stiftungen oder auch Privatpersonen sowie über weitere noch zu erwirtschaftende Spendenbeträge. Für den dann am Ende noch zu finanzierenden Betrag hat die Ostsächsische Sparkasse Dresden bereits ihre Zusage gegeben. „Natürlich wäre es am besten, wenn wir diesen letzten Kredit erst gar nicht mehr benötigen würden. Aber momentan kommt wahrscheinlich außer uns keiner auf die Idee, in der heutigen Zeit in Kultur zu investieren, wenn man nicht weiß, wann und wie es wieder ‚normal‘ zugehen wird. Wir freuen uns, dass unsere Musikschüler der MSGL treu bleiben. Aktuell können wir über 90 Prozent der Schüler unterrichten, wenn auch nur virtuell. Umso mehr freuen wir uns alle auf ein wunderschönes neues Musikschulgebäude, in dem wir uns dann wieder live zum
Unterricht und zu Konzerten treffen werden“, so Scheufler abschließend.

Quelle: meeco Communications Services