Dresden. Restaurierung konnte pünktlich zum Todestag Max Immelmanns abgeschlossen werden.

Am Dienstag kehrte der „Adler von Lille“ auf den Urnenhain zurück. Gerade noch rechtzeitig zum Todestag Max Immelmanns, der sich am Freitag, 18. Juni, zum 105. Mal jährt. In der Nacht vom 30. zum 31. Januar 2021 wurde die etwa 100 Kilogramm schwere Bronzeplastik des Jagdfliegers Max Immelmann (1890–1916) mit dem Titel „Adler von Lille“ vom Sockel der Grabstätte auf dem Urnenhain in Dresden-Tolkewitz gestohlen.

Bei dem Diebstahl, den die Polizei vereitelte, wurde die Plastik beschädigt. Das Schwert war verbogen, ebenso die Grundplatte. Die Schraubverbindungen der Kugel waren gebrochen und zahlreiche Abschürfungen der Patina reichten bis auf die Bronze. Die dadurch notwendige Restaurierung führte der Meißner Metallbildner und Restaurator Heiko Helm nach Vorgaben des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen aus

Till Berger und Heiko Helm (von links) bei der Aufstellung der Grabplastik von Max Immelmann. © Jens BörnerTill Berger und Heiko Helm (von links) bei der Aufstellung der Grabplastik von Max Immelmann. © Jens Börner

Max Immelmann stammte aus Dresden. Sein Vater war ein reicher Kartonagenfabrikant. 1905 wurde er Kadett der Sächsischen Armee, 1913 folgte die Offiziersprüfung. Ab 1915 war er als Pilot im Einsatz. Er erhielt mehrere hohe Auszeichnungen, darunter auch den Orden Pour le Mérite. 1916 erfolgte die Beförderung zum Oberleutnant. Bei einem Kontrollflug am 18. Juni 1916 über der Front wurde der „Adler von Lille“ versehentlich von der eigenen Artillerie bei einem Luftgefecht über Sallaumines bei Douai (Nordfrankreich) abgeschossen. Ein heute als „Immelmann“ bezeichnetes Kunstflugmanöver ermöglichte erstmals eine schnelle Umkehr der Flugrichtung im Luftkampf. Zum Staatsbegräbnis am 25. Juni 1916 säumten zehntausende Menschen die Straßen um den Urnenhain Tolkewitz. Zum zwölften Todestag 1928 erfolgte die Aufstellung der Grabplastik. Entworfen hatte sie der Bildhauer Peter Pöppelmann (1866–1947), Professor und ab 1907 Ehrenmitglied der königlichen Akademie der Bildenden Künste Dresden.

Quelle: Landeshauptstadt Dresden