Dresden. Elf Jahre ging es ohne Sperrung: Plötzlich eine Woche Blockade für den Auf- und wahrscheinlich auch Abbau – ADFC Dresden appelliert an OB.

Mitten im Sommer ist der Elberadweg am Königsufer eine knappe Woche komplett gesperrt. Von Montag bis Freitag jeweils zwischen 7:00 und 20:00 Uhr ist kein Durchkommen. Hintergrund der Sperrung: Die Filmnächte werden aufgebaut. In der Vergangenheit wurden die Tribünen- und Bühnenanlagen ohne tagelange Sperrung errichtet. Seit 2010 konnte dank jahrelangem Drängen des ADFC Dresden sowohl während der Auf- und Abbauphase als auch während der Filmvorführungen der Elberadweg weitgehend blockadefrei benutzt und das Filmnächteareal per Rad durchquert werden.

Nun ist alles anders. Plötzlich gibt es eine Vollsperrung für den Aufbau. Und dies, wie vom Veranstalter der Filmnächte, der PAN Veranstaltungslogistik und Kulturgastronomie GmbH zu erfahren war, auf Geheiß der Stadtverwaltung und nicht der Filmnächte. Die Polizei hatte vor dem Hintergrund von Unfällen zwischen Radfahrer*innen und Baufahrzeugen eine Verbesserung der Verkehrssicherheit angemahnt und die Stadt daraufhin, so war zu hören, mit der Anordnung der Sperrung den einfachsten Weg gewählt.

Absolut unverhältnismäßig: ADFC kritisiert Elberadweg-Sperrung für Filmnächte-Aufbau © ADFC Dresden Absolut unverhältnismäßig: ADFC kritisiert Elberadweg-Sperrung für Filmnächte-Aufbau © ADFC Dresden

Der ADFC Dresden kritisiert die fünftägige Vollsperrung scharf und appelliert an den Oberbürgermeister dafür zu sorgen, dass die Eventwirtschaft den Radverkehr nicht weiter behindert und solche Sperrungen künftig unterbleiben. „Die Sperrung ist absolut unverhältnismäßig“, moniert Edwin Seifert, Geschäftsführer des ADFC Dresden. „Anstatt für die Zeit des Auf- und Abbaus nach einer klugen Elbradwegführung durch das Filmnächte-Gelände zu suchen, macht man es sich ganz einfach und sperrt die meistfrequentierte Radroute Dresdens. Das Sicherheitsargument ist außerdem absurd, wenn man die Scheuklappen abnimmt und die defizitäre Sicherheitslage auf der Ausweichstrecke bedenkt.“

 Absolut unverhältnismäßig: ADFC kritisiert Elberadweg-Sperrung für Filmnächte-Aufbau © ADFC DresdenAbsolut unverhältnismäßig: ADFC kritisiert Elberadweg-Sperrung für Filmnächte-Aufbau © ADFC Dresden

Elf Jahre lang kamen die Filmnächte ohne Sperrung während der Auf- und Abbauarbeiten aus. Die Situation und der Umfang der Arbeiten haben sich seither nicht wesentlich geändert. Klar ist natürlich, dass für die Sicherheit des querenden Fuß- und Radverkehrs gesorgt werden muss. „Eine Sperrung ist jedoch schlicht einfallslos. Außerdem wird die Umleitung – hier fehlt sie übrigens komplett – über die Große Meißner Straße wie schon beim Skicup einfach nicht angenommen. Wir denken, hier ist es an der Zeit, dass Oberbürgermeister Hilbert eingreift und dafür sorgt, dass die Filmnächte-Betreiber, Polizei und Ämter gemeinsam eine Lösung finden, die die Durchfahrt auch während des Auf- und Abbaus ermöglicht. Mit einer klugen Wegeführung und begleitenden Unfallpräventionsmaßnahmen sollte dies gelingen. Schließlich ist es doch ein Anliegen des OB, sowohl die Wirtschaft zu fördern als auch die Bedingungen für den Radverkehr zu verbessern.“

Der Elberadweg ist nicht irgendein Radweg, sondern eine der wichtigsten Hauptradverbindungen auch für Pendler*innen. Über 7000 Radfahrer*innen zählten ADFC-Mitglieder an dieser Stelle am Anfang Juli 2019. „Uns erreichen derzeit auf allen Kanälen viele Anrufe, Mails und Nachrichten von Radfahrer*innen die sich über die Vollsperrung beschweren. Viele Pendler sind darunter aber auch Touristen“, berichtet Edwin Seifert vom ADFC Dresden abschließend.

Quelle: Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club-Dresden e.V.