Dresden. Auf den Spuren von Plastik in der Elbe und den Uferbereichen startete das Forschungsschiff ALDEBARAN am 22. Juni in Dresden erneut zu einer Kampagnen-Fahrt.

Auf den Spuren von Plastik in der Elbe und ihren Uferbereichen startete das Forschungsschiff ALDEBARAN am 22. Juni in Dresden erneut zu einer außergewöhnlichen Kampagnen-Fahrt auf Europas zwölftgrößtem Fluss. Die Elbe-Expedition ist Forschungsfahrt, Produktionsreise sowie Bildungs- und Öffentlichkeitskampagne zugleich. Die ALDEBARAN wird als Kommunikations- und Forschungsplattform genutzt, um der Plastikkrise medial und wissenschaftlich auf den Grund zu gehen. An Land wird die Crew von mehreren Initiativen unterstützt, welche die gesamte Expedition begleiten und die Uferbereiche von Zigarettenstummeln und Plastikmüll befreien.

Forschungsschiff ALDEBARAN geht erneut auf Plastik-Expedition entlang der Elbe  Abfahrt gegen 11 Uhr - Foto: © MeiDresden.de/Mike SchillerForschungsschiff ALDEBARAN geht erneut auf Plastik-Expedition entlang der Elbe Abfahrt gegen 11 Uhr - Foto: © MeiDresden.de/Mike Schiller

Forschungsschiff ALDEBARAN geht erneut auf Plastik-Expedition entlang der Elbe  Abfahrt gegen 11 Uhr - Foto: © MeiDresden.de/Mike SchillerForschungsschiff ALDEBARAN geht erneut auf Plastik-Expedition entlang der Elbe Abfahrt gegen 11 Uhr - Foto: © MeiDresden.de/Mike Schiller

Die Dresdner Initiative "Pinke Hände" war ebenfals vor Ort. Beide kämpfen gegen den Müll. Alexander Kempe von den "Pinken Händen" zeigte in Plastikflaschen, die zahlreichen weggeworfenen Zigarettenstummel aus einer Sammelaktion. Wie er weiter sagte, soll daraus größeres gebastelt werden. Was genau, blieb noch geheim.

Dresdner Initiative "Pinke Hände" war ebenfals vor Ort - Alexander Kempe   Foto: © MeiDresden.de/Mike SchillerDresdner Initiative "Pinke Hände" war ebenfals vor Ort - Alexander Kempe Foto: © MeiDresden.de/Mike Schiller

Nachdem die Elbe-Expedition des Bundesverbandes Meeresmüll e.V. in Zusammenarbeit mit der Deutschen Meeresstiftung und der NORDAKADEMIE in Hamburg bereits im vergangenen Jahr erfolgreich auf die Plastikkrise aufmerksam gemacht hat, will die Crew in diesem Jahr nach Lösungen für die immer ausufernde Plastik-Problematik suchen. Mit an Bord hat die ALDEBARAN in diesem Jahr erneut das Nachwuchs-forschungsteam der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden, was im Rahmen der Elbe-Expedition 2020 auf der gesamten Strecke Proben zur Analyse von Mikroplastik vom Elbgrund genommen hat. Ihre Ergebnisse stellen sie in Dresden und Torgau vor und nehmen an drei Stellen entlang der Elbe erneut Sedimentproben, unter anderem in Buhnenfeldern.

Zu Gast sind außerdem Handelsvertreter mit nachhaltigen Konzepten für ihre Unternehmen, Hersteller von Produkten ohne Einwegplastik, die das Sortiment im Supermarktregal langsam erobern, Mehrweg-Vorantreiber und Initiativen, die gezielt Müll aus unserer Umwelt und dem (Berufs-) Alltag verbannen. Das gemeinnützige Unternehmen oclean Hamburg und die Initiative Pinke Hände aus Dresden haben entlang der Elbe die größte Müll- und Zigarettenstummel-Sammelaktion ins Leben gerufen und unterstützen damit die Elbe-Expedition im Uferbereich.

Auch die Forschung ist mit der HTW Dresden, der TU Dresden, dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ, der Universität Bayreuth und der Universität Hamburg prominent auf der ALDEBARAN vertreten und gibt Einblick in ihre Arbeit. Mit dabei sind spannende Erkenntnisse aus aktuellen Studien zum Thema Verbleib und Zerfallszeiten von Plastik, Textilfasern in unseren Kläranlagen und dem Biofilm auf Mikroplastik in Gewässern. Mit dem UFZ ist weiterhin das Aussetzen von Driftern in der Elbe geplant, mit denen sich Transportwege für größeren Plastikmüll und potenzielle Anlandungsbereiche bestimmen lassen. Von der ALDEBARAN aus werden diese eingesammelt und die GPS-Daten ausgewertet. Außerdem hat die ALDEBARAN eine Sonde an Bord, mit der das Team den Salzgehalt und die Trübung der Elbe entlang des gesamten Verlaufs messen wird. Die Ergebnisse geben Aufschluss über den Partikelgehalt im Wasser und darüber, welche Biofilme sich abhängig von Süß-, Brack- oder Salzwasser auf den Kunststoffteilchen ablagern.

Foto: © MeiDresden.de/Mike SchillerFoto: © MeiDresden.de/Mike Schiller

Außerdem ist das Projekt Flaschenpost aus Dresden erneut an Bord, in dessen Rahmen GPS-Bojen gebaut und in der Flussströmung ausgesetzt wurden, um die Wege von Plastikmüll durch deutsche und internationale Gewässer nachzuverfolgen. Auch Vertreter aus der Politik werden mit der Crew Lösungsvorschläge und Wege aus der Plastikkrise diskutieren. Im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe und in Torgau, wo eine Veranstaltung unter dem Motto „sELBEr saubere Ufer schaffen“ vom Landschaftspflegeverband Torgau-Oschatz e.V., dem Abgeordnetenbüro der BÜNDNISGRÜNEN MdL Claudia Maicher und Christin Melcher und dem NABU-Naturschutzstation Biberhof stattfinden wird, erhalten Jugendgruppen die Möglichkeit, Einblicke in die Forschung an Bord zu gewinnen und die Crew und ihre Mission kennenzulernen. Mehr als zehn Kameras und eine neue Bildregie machen die Expedition multimedial erlebbar. Zwei Drohnen ermöglichen zudem ungewöhnliche Einblicke aus der Vogelperspektive und Unterwasseraufnahmen. Jeden Tag werden Tour-Videos erstellt, die die wissenschaftliche Arbeit an Bord dokumentieren und spannende Interviews mit den teilnehmenden Experten enthalten.

Die ALDEBARAN

Seit 1992 ist das bekannte gelbe Forschungs- und Medienschiff ALDEBARAN als flexible und kostengünstige Forschungs- und Kommunikationsplattform in Küstengewässern weltweit unterwegs. Mit knapp einem Meter Tiefgang und einer hervorragenden Grundausrüstung ist der Forschungssegler spezialisiert auf die Flach- und Küstengewässer vorwiegend in Deutschland und Europa. Die ALDEBARAN ist weltweit einsetzbar und bietet bis zu vier Wissenschaftlern, Technikern und Medienmachern einen flexiblen und unkomplizierten Arbeitsplatz. Seit Jahrzehnten zeigt die Forschungsyacht vorbildlich, wie mit minimalem „Carbon Footprint“ exzellente Meeresforschung betrieben werden kann. www.aldebaran.org

Quelle: Bundesverband Meeresmüll e.V.