Nun hat es sogar eines der ältesten Geschäfte auf der Wilsdruffer Straße getroffen: Ein renomierter Schmuck-Laden muss schließen und es bleibt zu vermuten: Es werden weitere folgen!

Immer mehr Geschäfte auf der Wilsdruffer Straße in Dresden schließen oder sind gezwungen, umzuziehen. Den Anfang machte das bekannte Brautmoden-geschäft von Uwe Herrmann. Dieser bezog damals gegenüber Meidresden.de klar Stellung und berichtete von veränderten Konditionen im Mietvertrag, die es ihm nicht länger erlauben würden, diesen zu halten. Auch die Löwen-Apotheke ist seit März 2020 dauerhaft geschlossen. Damit hat das "Sterben von Ladenlokalen" auf der östlichen Seite der Wilsdrufferstraße eingesetzt und es hält noch immer.

 Nichts mehr los? Geschäftssterben auf der Wilsdruffer Straße in Dresden   Foto: MeiDresden.deNichts mehr los? Geschäftssterben auf der Wilsdruffer Straße in Dresden Foto: MeiDresden.de

Als nächstes wird das älteste Schmuck Geschäft Dresdens schließen. "Hoffentlich halte ich noch durch", sagte die Inhaberin unserer Redaktion gegenüber auf Nachfrage. Die Unsicherheit ist groß. Die gesamte Situation aus Corona und Mietvertrag ist einfach zu viel! Es geht nicht mehr weiter. Es wird nicht das letzte Geschäft hier sein, was für immer seine Pforten dicht macht. Zum Jahresende wird auch der Friseur schließen. Die Wilsdruffer Straße in Dresden ist eine breite Verkehrsstraße in der Altstadt. Sie verbindet den Postplatz mit dem Pirnaischen Platz.

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MeiDresden.de recherchierte exklusiv bei der Stadt. Die Probleme sind der Landeshauptstadt bekannt. Sie bestätigte die beschriebene Leerstands-Situation des östlichen Teiles der Wilsdruffer Straße und gibt auch mehrere Gründe an. "Der besagte Abschnitt liegt etwas abseits der Hauptlauflage, die sich zwischen Neumarkt/Schloss über den Altmarkt in Richtung Hauptbahnhof erstreckt", so die Landeshauptstadt Dresden.

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Das ist aber sicherlich nicht der einzige Auslöser für die Schließungen. In zwei Fällen sind es die Mietverträge, die nach Auslaufen andere Konditionen bekommen sollten. "Das kann sich kein Geschäft mehr leisten"! Auch ein ehemaliger Friseur direkt an der Haltestellen-Ladenzeile des Pirnaischen Platzes ist aus diesem Grund umgezogen. Er konnte nach Auslaufen des Mietvertrages die verlangte Pacht einfach nicht mehr aus eigener Kraft aufbringen.

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Das Stadtplanungsamt der Landeshauptstadt Dresden sieht noch einen weitern Faktor für die Ereignisse. So hat sich auch der Postplatz in den letzten Jahren stark weiter entwickelt. In unmittelbarer Nähe liegt der Kern der historischen Altstadt Dresdens. Hier gibt es viele Touristen, die so eine neue "Hauptlauflage" entwickelten. Auch wenn die Entwicklung des Einzelhandels eine originär privatwirtschaftliche Aufgabe ist, kann die Stadt ausgewählte Entwicklungen über das Bauplanungsrecht und eigene Investitionen eingeschränkt steuern, schrieb das Stadtplanungsamt der Landeshauptstadt Dresden.

Eine Anfrage an den Vermieter dieser Objekte blieb bis jetzt unbeantwortet.