Werbung schalten
MeiDresden.de - Aktuelle News aus Dresden und der Umgebung - Ab September 2019 tritt neue EU-Richtlinie im Zahlungsverkehr in Kraft

MeiDresden.de  23.07.2019  12:00 Uhr - (MS) - Ab September 2019 wird eine neue EU-Richtlinie im Zahlungsverkehr gültig. Was bedeutet das? Unteranderem muss ein zusätzlicher Sicherheitsfaktor beim Anmelden im Banking eingeben werden. MeiDresden.de stelle Fünf Fragen an Andreas Rieger, dem Unternehmenssprecher der Ostsächsischen Sparkasse Dresden.



1. Die PSD2 regelt Zahlungen im Internet. Kann ich beim Online-Shopping noch auf die Kreditkarte zurückgreifen?

Natürlich, es wird sogar noch sicherer! Sogar so sicher, dass die PSD2-Richtlinie die Haftung senkt: Wenn Ihnen die Kreditkarte gestohlen wurde und der Dieb ging auf Ihre Kosten shoppen, wurde Ihnen zwar der Großteil des Schadens von der Bank ersetzt, sie mussten sich aber mit 150 Euro beteiligen - - die sogenannte Selbstkostenbeteiligung. Mit der PSD2 sinkt diese Haftung auf 50 Euro.

Screenshot: Ostsächsische Sparkasse Dresden

Sicherer wird es durch einen zusätzlichen Schritt: Bisher mussten Sie beim Online-Shopping nur ihre Kreditkartennummer und die dreistellige Kreditkartenprüfnummer (CVC) angeben und konnten damit Ihren Einkauf bezahlen. Mit der neuen Richtlinie muss diese Zahlung nun bestätigt werden, bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden zum Beispiel passiert das in einer App. Haben Sie online ihre Daten eingegeben, bekommen Sie eine Nachricht auf ihr Smartphone und bestätigen dort die Zahlung. Sollten Sie nun Ihre Kreditkarte mal verlieren, wird es Fremden unmöglich, auf Ihre Kosten auf große Einkaufstour zu gehen.

2. Und was ändert sich bei der Kreditkartenzahlung im Supermarkt?
Vielleicht haben Sie es schon mal ausprobiert: Haben Sie vier Wellen auf Ihrer Kreditkarten, können Sie Ihre Einkäufe im Supermarkt per NFC-Chip kontaktlos bezahlen, nur durch Auflegen Ihrer Kreditkarte auf das Lesegerät. Wenn die Summe geringer als 25 Euro war, brauchten Sie nicht mal Ihre PIN eingeben.
Mit der neuen Richtlinie wird auf jeder Kreditkarte ein 2-Zähler-System eingeführt: Zähler 1 misst die Anzahl der kontaktlosen Transaktionen, Zähler 2 zählt die einzelnen Teilsummen seit der letzten PIN-Eingabe zusammen. Haben Sie fünf Mal oder maximal 150 Euro in Summe kontaktlos bezahlt, werden Sie auch bei Summen unter 25 Euro zur Eingabe Ihrer Geheimzahl aufgefordert.

3. In Zeiten von Onlinekriminalität und Hackerangriffen: Ist mein Online-Banking noch sicher?
Mit der EU-Richtlinie schützen Sie strengere Regeln vor Betrug bei Online-Zahlungen. Auch hier ist die Haftungsgrenze für Verbraucher auf 50 Euro gesenkt worden. Um zukünftig sicherzustellen, dass nur der Kunde selbst auf sein Konto zugreift, muss er sich nach der Eingabe seiner Daten mit einer TAN-Nummer identifizieren. Bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden zum Beispiel werden Sie dazu alle 90 Tage aufgefordert. Um ihr Geld zu schützen, müssen sich Kunden in Zukunft auf die sogenannte „2-Faktor-Authentifizierung“ einstellen. Neben der PIN wird ein zweites Merkmal abgefordert, das kann zum Beispiel der Fingerabdruck oder eine TAN sein, um zum Beispiel Geld zu überweisen.

Da kein TAN-Verfahren so sicher wie eine App arbeitet, greift die Ostsächsische Sparkasse Dresden auf genau diese zurück: Will der Kunde Geld überweisen, wird ihm in der App eine TAN-Nummer erstellt. Um den Auftrag freizugeben, muss er die App über ein Passwort, bzw. seinen Fingerabdruck oder über die Gesichtserkennung öffnen. Damit ist seine Identität festgestellt – sicherer geht es nicht. Auch das bewährte Chip-TAN-Verfahren, das ebenfalls von der Sparkasse angeboten wird, gehört zu den sicheren Authentifizierungen.

4. Die PSD2-Richtlinie will die Sicherheit verbessern, Wahlmöglichkeiten für Kunden erweitern und mit Erneuerungen Schritt halten. Drittanbieter sollen mehr Rechte bekommen – was dürfen sie?

Händler wünschen sich eine umgehende Bezahlung ihrer Ware. Ihr Wunsch ist es, Ihre Bestellung so schnell wie möglich in Ihren Händen halten. Um das zu erreichen, können Sie Drittanbieter zum Beispiel erlauben, sich in die Zahlung zwischen Händler und Bank zu schalten. In dem Fall erteilen Sie Internet-Zahlungsdiensten, also einem Drittdienst, die Erlaubnis, Ihre Kontozugangsdaten wie PIN und TAN abzufragen und damit in Ihrem Namen eine Überweisung auszulösen. Auch sogenannte Kontoinformationsdienste gelten als Drittdienste: Wenn Sie zum Beispiel einen Kredit bei einer fremden Bank aufnehmen wollen, kann ihr ein solcher Kontoinformationsdienst mitteilen, ob Sie kreditwürdig sind – und damit den Prozess beschleunigen.
Haben Sie einem Drittdienst die Erlaubnis erteilt, unterliegen Ihre Kontoinformationen trotzdem bestimmten Regeln: Sie dürfen zum Beispiel nicht zu Zwecken der Werbung verwendet werden. Bankkunden können somit sicher sein, dass sie mit der Freigabe ihrer Daten anderen Drittdiensten keine inoffizielle Schufa-Abfrage gestatten oder aufgrund ihrer Umsätze zugeschnittene Werbung erhalten. Für Ihre Sicherheit: Die Ostsächsische Sparkasse Dresden kann Ihnen auf Wunsch jederzeit Auskunft geben, wer welche Informationen abgerufen hat.

5. Wenn nun auch Drittdienste Zugriff auf meine Kontodaten haben, sind sie dann noch sicher?
Nach wie vor hat die Sicherheit Ihrer Daten Vorrang bei Sparkassen und Banken. Der Kunde muss Drittdienstleistern seine ausdrückliche Zustimmung geben, dass er sich die Kontoinformationen holen darf – ohne diese Zustimmung geht nichts. Damit auch Drittdienste mit den Kundendaten kein Schindluder treiben, werden sie ab September von staatlicher Stelle kontrolliert. Die Prüfung und Bevollmächtigung erfolgt nach Richtlinien der BaFin, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.   

Die Ostsächsische Sparkasse Dresden sorgt für Transparenz: Damit die Kunden nicht den Überblick verlieren, welchen Drittdienstleistern sie Berechtigungen erteilt haben, bietet ihnen das Kreditinstitut u.a. in der Internetfiliale und der Sparkassen-App eine Übersicht, in der Berechtigungen auch wieder entzogen werden können.

Copyright © 2019 MeiDresden.de - Aktuelle News aus Dresden und der Umgebung. Alle Rechte vorbehalten.
Joomla! ist freie, unter der GNU/GPL-Lizenz veröffentlichte Software.