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MeiDresden.de - Aktuelle News aus Dresden und der Umgebung - Polizei stellt Kriminalstatistik 2017 für Dresden vor

Polizei-Pressemeldung  27.03.2018  13:40 Uhr -  Im Jahr 2017 wurde eines der größten Wirtschaftsverfahren Deutschlands gegen die Ex-Manager der Infinus-Finanzgruppe durch das Landeskriminalamt zum Abschluss gebracht und fand damit Eingang in die Polizeiliche Kriminalstatistik. Aufgrund des Firmensitzes in Dresden werden damit 23.626 Fälle statistisch der Polizeidirektion Dresden zugeschrieben. Polizeipräsident Horst Kretzschmar: „Dieses eine Verfahren bringt die Polizeiliche Kriminalstatistik der Dresdner Polizei gehörig in Schieflage. Aus einem tatsächlichen Kriminalitätsrückgang von über sechs Prozent wird plötzlich ein Kriminalitätsanstieg von über 33 Prozent. Das hat nichts mehr mit einer realistischen Darstellung von Kriminalität zu tun! Um dieser verzerrten Darstellung zu entgehen, habe ich deshalb dieses Verfahren bei meiner Betrachtung außen vor gelassen.“

Weitere Kernangaben zu diesem Ermittlungskomplex sind die Schadenssumme von rund 1,3 Mrd. Euro und die Zahl von neun Tatverdächtigen (sieben mit Deutscher Staatsangehörigkeit und zwei mit Schweizer Staatsangehörigkeit). Eckpunkte der Kriminalitätsentwicklung Polizeipräsident Horst Kretzschmar: „Am meisten investiert haben wir auch 2017 wieder in die Bekämpfung der Straßenkriminalität im Bereich des Wiener Platzes und der Äußeren Neustadt. Gerade im Bereich des Alaunparks konnten
wir durch unsere Präsenz, gerade auch durch die Reiterstaffel, das Sicherheitsgefühl spürbar verbessern. In der Altstadt hingegen läuft es eher auf die prophezeite Verdrängung hinaus. So zeichnen sich derzeit das Rundkino und die Trompeterstraße als neue Schwerpunkte ab.“

Auf dem Territorium der Landeshauptstadt Dresden wurden 2017 insgesamt 54.784 Straftaten erfasst. Dies sind 3.876 Fälle weniger als im Vorjahr und entspricht damit einem Rückgang um 6,6 %. 1 Bei der PKS handelt es sich um eine Ausgangsstatistik. Sie stellt die Zahl der abgeschlossenen Strafverfahren dar.

Die Häufigkeitszahl, die angibt wie viele Straftaten rechnerisch auf 100.000 Einwohner entfallen, lag bei 10.012 (2016: 10.787; 2015: 10.545). Von den insgesamt 54.784 Straftaten wurden 31.088 Fälle (2016: 32.742; 2015: 29.804) aufgeklärt. Damit lag die Aufklärungsquote 2017 bei 56,7 Prozent (2016: 55,8 Prozent; 2015: 52,7 Prozent).
Im Jahr 2017 wurden 18.085 Tatverdächtige (2016: 19.094; 2015: 17.532) ermittelt.

Davon waren 74,8 Prozent männlichen und 25,2 Prozent weiblichen Geschlechts. Bei den Heranwachsenden sank die Zahl der Tatverdächtigen auf 1.501 (2016: 1.704),
was einem Anteil von 8,3 Prozent (2016: 8,9 Prozent) entspricht. Der Anteil Jugendlicher ist mit 1.266 Tatverdächtigen (2016: 1.285) auf 7,0 Prozent (2016: 6,7 Prozent) gestiegen. Die Anzahl tatverdächtiger Kinder hat sich gegenüber 2016 von 845 auf 592 verringert.

Ein Begründungszusammenhang besteht zumindest in Teilen im Rückgang der Verstöße gegen ausländerrechtliche Bestimmungen durch Kinder. Waren es 2016 noch
535 Verfahren, wurden 2017 nur noch 195 derartige Delikte abgeschlossen. Betrachtet man die Gesamtkriminalität, ist die Anzahl nichtdeutscher Tatverdächtiger von 6.518 auf 5.735 gesunken und entspricht einem Anteil von 31,7 Prozent an der Gesamtzahl aller Tatverdächtigen (2016: 34,1 Prozent). Damit sank ihr Anteil an der Gesamtzahl der ermittelten Tatverdächtigen um 2,4 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Klammert man die ausländerrechtlichen Verstöße aus, stieg die Anzahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen von 4.091 im Jahr 2016 auf 4.685 im Jahr 2017. Dies entspricht einem Anteil von 27,5 Prozent (2016: 24,5 Prozent). Die Zahl der Opfer von Straftaten sank leicht auf 6.567, das sind 2,1 Prozent weniger als 2016 (6.711). Insgesamt 4.272 Opfer (65,1 Prozent) waren männlichen und 2.295 Opfer (34,9 Prozent) weiblichen Geschlechts. Beim überwiegenden Teil der Opfer handelte es sich um Erwachsene (5.199). Von den 1.368 nichterwachsenen Opfern waren 437 Kinder, 425 Jugendliche und 506 Heranwachsende. 362 Opfer einer Straftat waren 60 Jahre oder älter.

Der durch Kriminalität registrierte finanzielle Schaden betrug rund 100 Mio. Euro (2016: 59,5 Millionen Euro). Ausgewählte Kriminalitätsbereiche Diebstahlskriminalität
Im Stadtgebiet Dresden bildet die Gesamtheit aller Diebstähle mit einem Anteil von 41,8 Prozent aller Straftaten die Straftatengruppe mit den meisten Delikten. Gegenüber
dem Vorjahr ist jedoch ein Rückgang auf 22.929 Fälle (2016: 25.556) zu verzeichnen. Die Aufklärungsquote erhöhte sich auf 33,5 Prozent (2016: 30,0 Prozent). Die Diebstähle setzten sich zusammen aus 12.206 Diebstählen ohne erschwerende Umstände (2016: 12.307), die damit um 0,8 Prozent zurückgingen. Hinzu kommen 10.723 Diebstähle unter erschwerenden Umständen (2016: 13.249), die somit um 19,1 Prozent gesunken sind.

Schwerpunkte im Bereich der Eigentumskriminalität sind nach wie vor die Diebstähle in/aus Geschäften und Kiosken mit 6.078 Fällen (2016: 6.190 Fälle), die Fahrraddiebstähle mit 2.960 Fällen (2016: 3.529 Fälle) sowie die Diebstähle in/aus Böden, Kellern und Waschküchen mit 2.754 Fällen (2015: 3.562 Fälle). Dabei sind die
Diebstähle aus Böden/Kellern und Waschküchen mit einem Rückgang von 22,7 Prozent besonders hervorzuheben.

Bei den Diebstählen von Kraftfahrzeugen, einschließlich des unbefugten Gebrauchs, sanken die Fallzahlen von 581 Fällen im Jahr 2016 auf 363 Fälle im Jahr 2017. Dies
entspricht einem Rückgang von 37,5 Prozent. Bei den Diebstählen an/aus Kfz wurden 1.943 Fälle erfasst (2016: 2.426). Dies entspricht einem Rückgang um 483 Fälle und
damit um 19,9 Prozent.

Bei den Ladendiebstählen blieben die Fallzahlen auf annähernd gleichem Niveau. In diesem Bereich wurden im Jahr 2017 5.205 Fälle (2016: 5.185) zum Abschluss gebracht. Damit stiegen die Fallzahlen absolut um 20 Fälle und prozentual um 0,4 Prozent. Die Anzahl der ermittelten Tatverdächtigen (3.062) ist ansteigend gegenüber dem Vorjahr (2016: 2.937). Die nichtdeutschen Tatverdächtigen stiegen von 1.184 auf 1.326 ermittelte Tatverdächtige. Der Anteil der Nichtdeutschen bei den Tatverdächtigen lag damit bei 43,3 Prozent (2016: 40,3 Prozent) über dem Schnitt ihres Anteiles an der Gesamtkriminalität. Die Zahl der Diebstähle in/aus Büros, Lagern und Werkstätten weist einen kleinen Rückgang auf, so waren 2016 noch 1.697 Fälle in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfasst und 2017 waren es 1.567 Fälle. Dies entspricht einem Rückgang um 7,7
Prozent.

Die Zahl der Diebstähle in/aus Wohnungen sank erstmals seit 2013 wieder unter die 1000er Grenze und im Jahr 2017 wurden insgesamt 967 Fälle (2016: 1.049) erfasst.
Dabei handelt es sich in 402 Fällen um Diebstähle ohne erschwerende Umstände in/aus Wohnungen (2016: 392 Fälle), bei denen die Täter entweder zugangsberechtigt waren oder ungehindert in das Tatobjekt Wohnung gelangen konnten. Dem gegenüber stehen 565 Fälle von Wohnungseinbrüchen (2016: 657 Fälle), bei denen die Täter ein Hindernis überwinden mussten, um in die Wohnung zu gelangen. In 272 dieser Fälle lag ein Tageswohnungseinbruch mit einer Tatzeit zwischen 06:00 Uhr und 21:00 Uhr vor (2016: 241 Fälle). Dies entspricht einer Steigerung um 12,9 Prozent. Bei den 565 Wohnungseinbrüchen blieb es in 45,5 Prozent (257 Fälle) bei einem Versuch. Rauschgiftkriminalität
Im Jahr 2017 stieg die Zahl der Rauschgiftkriminalität im Stadtgebiet auf 2.827 Fälle (2016: 1.947 Fälle) an. Dies bedeutet prozentual gesehen eine Steigerung um 45,2
Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Horst Kretzschmar: „Der deutliche Anstieg hat im Wesentlichen zwei Ursachen. Zum einen ist er die Folge unserer zahlreichen Polizeieinsätze rund um den Wiener Platz
und vor allem in der Dresdner Neustadt. Die zweite Ursache liegt wieder in der Statistik selber. Seit Januar 2017 werden PKS-relevante Daten aus Rauschgiftverfahren der
Zollverwaltung in den Datenbestand der Länder überführt. Für 2017 betrifft das 528 Fälle, die so im Vergleich zu den Vorjahren zusätzlich in die Statistik einfließen.“ Die Aufklärungsquote betrug 88,3 Prozent (2016: 92,7 Prozent). Die Zahl der Tatverdächtigen stieg von 1.598 auf 2.186 ermittelte Personen. Dabei stehen 1.882 männlichen 304 weibliche Tatverdächtige gegenüber. Der Anteil von nichtdeutschen Tatverdächtigen stieg auf 31,9 Prozent (2016: 25,3 Prozent).

Die Zahl der allgemeinen Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (Konsumentendelikte) stieg auf 1.917 Fälle (2016: 1.627 Fälle). Die Fallzahlen beim unerlaubten Handel mit oder Schmuggel von Rauschgift stiegen von 169 Fällen im Vorjahr auf 660 Fälle. Diese Delikte wurden in der Hauptsache durch den Zoll bearbeitet. Insgesamt wurden 352 allgemeine Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz mittels Crystal (2016: 453 Fälle) und 29 Fälle des unerlaubten Handels mit Crystal (2016: 41 Fälle) festgestellt. Dagegen entwickelten sich die allgemeinen Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz mittels Cannabis und dessen Zubereitungen mit 1.267 Fällen
weiter nach oben (2016: 933 Fälle). Dies entspricht einem Anstieg um 35,8 Prozent. Im Stadtgebiet Dresden wurden im Jahr 2017 sieben Drogentote (2016: drei) registriert.
Durch die Polizeidirektion Dresden wurden im Stadtgebiet unter anderem rd. 23,8 Kilogramm Marihuana und rd. 6 Kilogramm Haschisch sichergestellt. Die Menge an
sichergestellten Crystal beläuft sich auf etwa 0,8 Kilogramm.

Die Zahl der Gewaltstraftaten blieb mit 1.434 Fällen gegenüber dem Vorjahr annähernd gleich (2016: 1.470). Die prozentuale Veränderung betrug damit lediglich 2,4 Prozent.
Bei einer Aufklärungsquote von 72,0 Prozent (2016: 67,3 Prozent) sind insgesamt 1.184 Tatverdächtige (2016: 1.216) ermittelt worden. Bei 497 ermittelten Tatverdächtigen (2016: 446) handelt es sich um Nichtdeutsche. Dies entspricht einem Anteil von 42 Prozent (2016: 36,7 Prozent). 71,9 Prozent (1031 Fälle; 2016: 980 Fälle) aller registrierten Gewaltdelikte waren gefährliche und schwere Körperverletzungen. Weitere 22,7 Prozent (325 Fälle; 2016: 402) bildeten die Raubdelikte. Mord- und Totschlagdelikte sind zu 1,2 Prozent (17 Fälle; 2016: 13) vertreten.

Quelle: Polizei Dresden

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