Dresden. Der ADFC fordert "Schluss mit Tempolimit-Wirrwarr auf Pillnitzer Landstraße"! Mehr Sicherheit auf und durchgehend Tempo 30 auf der Pillnitzer Landstraße.

Enorme 10 bis 13.000 Fahrzeuge fahren täglich die Pillnitzer Landstraße zwischen Körnerplatz und Pillnitz entlang. Nicht nur der Berufsverkehr belastet die Straße, auch der nicht geringe Ausflugsverkehr an den Wochenenden schlängelt sich auf der schmalen Straße durch die Ortskerne von Loschwitz, Wachwitz und Niederpoyritz. Eine belastende Verkehrssituation für Anwohner*innen, Fußgänger*innen und Radfahrer*innen. Nimmt man die Verkehrsmenge, sind eigentlich sogar eigene Radwege nötig, doch es fehlt der Platz. Hinzu kommt, dass zwischen Altwachwitz und der Laubegaster Straße in Niederpoyritz der Elberadweg über die Straße geführt wird. Ein Zustand der wegen schleppender Planung der Elberadweg-Lücken wohl noch einige Jahre andauern wird.

Schluss mit Tempolimit-Wirrwarr auf Pillnitzer Landstraße: ADFC fordert durchgehend Tempo 30    Foto:  ADFC DresdenSchluss mit Tempolimit-Wirrwarr auf Pillnitzer Landstraße: ADFC fordert durchgehend Tempo 30 Foto: ADFC Dresden


Vor diesem Hintergrund fordert daher der ADFC Dresden die Stadt dazu auf, im Rahmen eines Verkehrsversuches auf dem gesamten Abschnitt Tempo 30 einzuführen, um die Sicherheit des Rad- und Fußverkehrs zu erhöhen. Eine Maßnahme, die zudem den Schilderwald deutlich lichten würde mit seinen vielen derzeitigen Tempo-30- und Tempo-50-Abschnitten. Auch für den Autoverkehr wäre dies ein Gewinn: Eine klare, übersichtliche und durchgehende Geschwindigkeitsregel und wahrscheinlich sogar eine Verbesserung des Verkehrsflusses.

„Entlang der Pillnitzer Landstraße gibt es einen ständigen Wechsel von Abschnitten mit Tempo 50, Tempo 30 und Tempo 30 zu bestimmten Tageszeiten. In Verbindung mit dem ständig wechselndem Höhenniveau und den vielen Kurven führt dies wegen der Dichte der Verkehrsschilder zu einer großen Unübersichtlichkeit, so dass Kraftfahrer oft vergessen, rechtzeitig wieder abzubremsen“, berichtet Gesa Dickert, Mitglied im Vorstand des ADFC Dresden. „Die Autos bremsen und beschleunigen also laufend, wodurch der Verkehr sehr unruhig fließt. Die wenigen Tempo-50-Abschnitte werden außerdem sehr oft für riskante Überholmanöver genutzt und Radfahrer*innen dabei äußerst knapp überholt. Zahlreiche Engstellen verschärfen das Ganze. Das alles ist gefährlich und absolut unnötig, denn mit durchgehend Tempo 30 ließe sich dies ganz einfach vermeiden. Der Sicherheitsgewinn würde zudem so manch weiteren Elbhangbewohner zum Umstieg aufs Rad animieren.“

Den Vorschlag eines Verkehrsversuches nach StVO §45 (9) Punkt 7 hat der Fahrradclub vor ein paar Wochen an das Straßen- und Tiefbauamt geschickt und wartet seither auf Antwort. „Wir würden es sehr begrüßen, wenn die Stadt an dieser Stelle einmal zeigt, dass ihr Anwohner, Fußgänger und Radfahrer am Herzen liegen. Schließlich ist die Pillnitzer Landstraße auch eine wichtige Schulwegroute für viele Kinder“, so Dickert, selbst Mutter von drei Kindern. „Ich bin mir sicher, dass bei durchgehenden Tempo 30 dann auf so manche Schulelterntaxifahrt verzichtet und dem Fahrrad der Vorzug gegeben wird. Baubürgermeister und Straßenverkehrsbehörde müssen nur einmal Mut zeigen, die neuen Möglichkeiten der jüngsten StVO-Novelle nutzen und einen Verkehrsversuch anordnen!“

Quelle: Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club-Dresden e.V.