Die Insektensaison 2026 nimmt Fahrt auf. Bei mildem Vorfrühlingswetter lassen sich neben Schmetterlingen wie Admiral und Zitronenfalter auch immer mehr Bienen, Hummeln und Wespen sehen. Bei den meisten staatenbildenden Arten haben nur die Königinnen die kalte Jahreszeit überstanden. Das gilt auch für unsere größten Wespen, die Hornissen. Dabei werden im Beobachtungsportal NABU-naturgucker.de aktuell deutlich öfter Asiatische als Europäische Hornissen gemeldet. Wer dachte, der knackige Winter würde der invasiven Art zusetzen, sieht sich getäuscht.

Asiatische Hornisse Foto: Ulrich und Karin Klein/NABU-Naturgucker.deAsiatische Hornisse Foto: Ulrich und Karin Klein/NABU-Naturgucker.de

„In ihrer asiatischen Heimat kommt Vespa velutina vor allem im Gebirge vor, sie kann daher mit Kälte umgehen und begibt sich rechtzeitig in gesicherte Verstecke“, erläutert NABU-Sprecher Helge May. „Der letzte Test steht aber noch aus. Den Nordosten Deutschlands, wo der Winter 25/26 besonders streng war, hat die Asiatische Hornisse bisher gar nicht besiedelt. Die frühen Beobachtungen von Königinnen stammen daher alle aus dem Westen: vom Oberrhein, aus der Pfalz, dem Rheinland und dem Ruhrgebiet.“

Die Flugzeit der Asiatischen Hornisse dauert grundsätzlich länger als die der Europäischen. Europäische Hornissen ziehen sich im Laufe des Oktobers in die Winterquartiere zurück, während viele Asiatische Hornissen auch den ganzen November über aktiv sind. Im Frühjahr legen die Asiatinnen dann schon ab März los, die Europäerinnen bleiben etwa einen Monat länger im Versteck. „Einzelne Bildbelege von Königinnen der Europäischen Hornisse bereits Ende Februar und Anfang März von der Mosel und aus der Niederrheinischen Bucht sind spannend, aber die sprichwörtlichen Ausnahmen, die die Regel bestätigen“, so May.

Beobachtungen beider Arten – möglichst mit Foto – können unter www.NABU.de/Vespavelutina gemeldet werden.

Quelle: NABU