Der Verbraucherzentrale Sachsen liegen aktuell Hinweise zu unaufgeforderten Anrufen – sogenannten Cold Calls – rund um angebliche Zahnzusatzversicherungen vor. Konkret berichten Betroffene, von unbekannten Personen kontaktiert worden zu sein, die sich als Mitarbeitende einer Versicherung ausgaben. Im Fokus der Gespräche stand die Abfrage persönlicher Daten wie der IBAN, obwohl den Angerufenen keinerlei Vertragsunterlagen vorlagen. Die Betroffenen befürchten nun unberechtigte Abbuchungen.

Vorsicht "Cold Calls": Falsche Versicherungsmitarbeiter am Telefon. Symbolfoto: MeiDresden.deVorsicht "Cold Calls": Falsche Versicherungsmitarbeiter am Telefon. Symbolfoto: MeiDresden.de

„Bei Vertragsabschlüssen am Telefon ist besondere Sorgfalt geboten“, warnt Niklas Zehrfeld, Rechtsreferent der Verbraucherzentrale Sachsen. „Vor allem bei unerwarteten Werbeanrufen sollten Verbraucher*innen keine Verträge abschließen und keine Bankdaten herausgeben. Wer echtes Interesse an einem Angebot hat, sollte sich die Unterlagen grundsätzlich schriftlich zusenden lassen, um sie in Ruhe zu prüfen.“

Zudem rät die Verbraucherzentrale Sachsen dringend davon ab, auf Anweisung unbekannter Anrufer*innen Apps oder Programme zu installieren.

Tipps zum Umgang mit Cold Calls:
Gespräch beenden: Nicht in Diskussionen verwickeln lassen und keine Angaben mit einem unbedachten „Ja“ bestätigen.

Keine sensiblen Daten nennen: Niemals IBAN, Ausweisnummer oder andere persönliche Informationen am Telefon weitergeben.

Rufnummer sichern: Die angezeigte Nummer notieren oder speichern und diese bei Bedarf direkt im Telefon blockieren.

Angebote schriftlich prüfen: Unterlagen immer schriftlich anfordern, um Tarife und Bedingungen vorab unabhängig zu kontrollieren.
Was tun, wenn bereits Daten weitergegeben wurden?Wer am Telefon bereits persönliche Daten genannt hat, sollte schnell handeln. Um finanzielle Schäden abzuwenden, ist eine kontinuierliche Kontrolle der eigenen Kontoauszüge und Umsätze auf unbekannte Abbuchungen unerlässlich. Zudem sollten Betroffene alle relevanten Beweise wie Rufnummern, Gesprächsnotizen, SMS oder E-Mails sorgfältig sichern.

Tipps zur Schadensbegrenzung:
Bank kontaktieren: Die eigene Bank unverzüglich über die Datenweitergabe informieren, um mögliche Schutzschritte gegen unberechtigte Zugriffe zu besprechen.

Rückbuchung veranlassen: Unbekannte oder unberechtigte Abbuchungen sofort mit dem Kreditinstitut klären und das Geld zurückfordern.

Anzeige prüfen: Bei konkretem Verdacht auf Betrug oder Identitätsmissbrauch sollte der Vorfall bei der Polizei zur Anzeige gebracht werden.
Wer unsicher ist oder bereits Forderungen, Abbuchungen oder Vertragsunterlagen erhalten hat, kann sich an die Verbraucherzentrale Sachsen wenden. Termine können online oder telefonisch über das Servicetelefon unter 0341 696 2929 vereinbart werden.

Quelle: Verbraucherzentrale Sachsen e.V.