Am 1. Juni ist es soweit: Nach der fünfjährigen Sanierung stehen ab heute endlich wieder Orangenbäumchen im Dresdner Zwingerhof. Die aus Italien stammenden Bitterorangen blieben während der Hofsanierung seit 2021 ganzjährig im Barockgarten Großsedlitz. Ab 1. Juni werden jeweils drei Bäumchen pro Fahrt aus Heidenau nach Dresden transportiert. Bis 5. Juni werden 52 Pomeranzen symmetrisch angeordnet entlang der Hauptwege im Zwingerhof aufgestellt. Sie bleiben während des Sommers dort und kehren ab Mitte Oktober in ihr Winterquartier, die Orangerie des Barockgartens Großsedlitz, zurück. Geschäftsführer der Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH Dr. Christian Striefler: „Mit dem Einzug der Orangenbäumchen ist der Dresdner Zwingerhof so wunderschön, wie schon lange nicht mehr. Daran erfreuen wir uns, genauso wie täglich Tausende Gäste aus aller Welt, “. 

Archiv 2019 © MeiDresden.de/Mike SchillerArchiv 2019 © MeiDresden.de/Mike Schiller

Beim Umzug sind Fingerspitzengefühl und Kraft gefragt
Der Umzug ist immer wieder eine logistische Herausforderung für das Gärtnerteam der Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH (SBG). Die inzwischen über 3,5 Meter hohen und ca. 120 Kilogramm schweren Pomeranzen werden mit einer Hebel- und Transportkarre auf einen speziell gefertigten PKW-Anhänger verladen. Der hat einen besonderen Windschutz, damit die Baumkronen während der Fahrt keinen Schaden nehmen. Der Umgang mit den empfindlichen Orangenbäumchen verlangt viel Fachwissen und Erfahrung. Insgesamt gibt es 80 Zwinger-Pomeranzen. Die restlichen Pflanzen haben erst im April neue Kübel bekommen. Da das für die anspruchsvollen Pflanzen großen Stress bedeutet, bleiben sie in diesem Sommer noch in der bekannten Umgebung in Großsedlitz.

Orangen bedeuteten Macht
Seit 2017 stehen im Zwingerhof wieder die sogenannten Pomeranzen. Die 80 Bitterorangenbäumchen wurden in Italien erworben und erinnern an die Geschichte des Zwingers als Orangerie. Unter August dem Starken gab es im Dresdner Zwinger einst 1.700 Orangenbäumchen. Die Bogengalerien dienten als Winterquartier. Damals galt es als Zeichen von Macht und Reichtum, die empfindlichen Pflanzen nördlich der Alpen kultivieren zu können. Bei SBG kümmern sich besonders spezialisierte Gärtner, die Orangeure, um alle Ansprüche der exotischen Pflanzen. Aufgrund der Sanierung des Zwingerhofs von 2021 bis 2025 blieben die Pomeranzen in den vergangenen fünf Jahren auch im Sommer in Großsedlitz.

Archiv 2019 © MeiDresden.de/Mike SchillerArchiv 2019 © MeiDresden.de/Mike Schiller

Neue Paten gesucht!
Um die Pflege der Pomeranzen zu finanzieren, gibt es ein Patenprojekt über den Freundeskreis Schlösserland Sachsen. Patenschaften werden für die Dauer von fünf Jahren geschlossen und basieren auf einer jährlichen Spende von 550 €. Am Orangenbäumchen wird ein personalisiertes Schild angebracht. Aktuell suchen 20 Pomeranzen einen neuen Paten. Interessierte, die eine Patenschaft übernehmen wollen, melden sich bitte direkt beim Freundeskreis Schlösserland Sachsen.

Quelle: Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gemeinnützige GmbH