Die Asiatische Hornisse breitet sich seit einigen Jahren in Deutschland aus. Der NABU hat darum zusammen mit seinem Partner NABU|naturgucker im Sommer dazu aufgerufen, sowohl Asiatische (Vespa velutina) als auch Europäische Hornissen (Vespa crabro) und deren Nester zu fotografieren und online zu melden. So sollen weitere Erkenntnisse über die Verbreitung gewonnen werden, die sich bisher vorwiegend auf Westdeutschland beschränkt.

Hornisse an Fallobst (Birne). Foto: Andreas HurtigHornisse an Fallobst (Birne). Foto: Andreas Hurtig

„Jetzt im Spätherbst liegt der Fokus unserer Meldeaktion auf den Nestern. Während die Europäischen Hornissen ihre Flugaktivität meist im Oktober oder spätestens November einstellen, sind Asiatische Hornissen bei milden Temperaturen häufig noch bis in den späten Herbst und teils sogar noch im Dezember aktiv“, sagt Theresa Seidel, NABU-Expertin für Citizen Science. „Wichtig ist, dass die Nester mit Fotos an uns gemeldet werden. Mit den Daten können wir feststellen, wie weit die Asiatische Hornisse mittlerweile verbreitet ist. Sie könnte negative Auswirkungen auf die Natur haben, da die Asiatische Hornisse wenige natürliche Feinde hat und viel größere Völker bildet als die geschützte Europäische Hornisse.“

Die Asiatischen Hornisse baut sehr große freihängende Nester in den Baumkronen, oft in zehn Metern Höhe. Sie sind durch ihre Größe und ihre runde Form auffällig und besonders gut zu sehen, wenn das Laub gefallen ist. Auch typisch: Das Einflugloch befindet sich an der Seite. Seidel: „Die Nester sind papierartig, bräunlich bis gräulich gefärbt – und erinnern an Lampions.“

Asiatische Hornisse. Foto:Ina Siebert NABU-naturgucker.de.Asiatische Hornisse. Foto:Ina Siebert NABU-naturgucker.de.

Hornissen können ihren Nestbau sehr gut an die individuellen Gegebenheiten anpassen. Die Nester der Asiatische Hornisse können daher auch in einer Baumhöhle, Dachnische oder in einen Carport zu finden sein. „Dann hat das Nest unter Umständen eine andere Form“, so Seidel.

Im Gegensatz zur Asiatischen baut die Europäische Hornisse ihre Nester fast immer in geschützten Hohlräumen wie Baumhöhlen oder ähnlichen dunklen Verstecken. Freihängende Nester in Bäumen sind bei ihr untypisch. Ihre Nester sind eher oval, kleiner, das Einflugloch befindet sich unten.

Asiatische Hornisse. Foto: Ulrich + Karin Klein NABU-naturgucker.deAsiatische Hornisse. Foto: Ulrich + Karin Klein NABU-naturgucker.de

2014 war die Asiatische Hornisse erstmals in Deutschland beobachtet worden. Mittlerweile gilt die eingeschleppte Art als etabliert. Bisher sind die östlichen Bundesländer weitgehend verschont geblieben. Im September wurde die Art erstmals in Sachsen-Anhalt nachgewiesen.

Weitere Infos und Meldeformular: www.NABU.de/Hornissen-melden.html

Quelle: NABU Deutschland e.V.