Die größte Fahrzeugerneuerung in der Geschichte Tschechiens bedeutet, dass Fahrgäste täglich mit Hunderten neuer, moderner Waggons zur Arbeit, Schule, zum Sport, zur Freizeitgestaltung und zu anderen Aktivitäten pendeln können. Doch alte Züge müssen Platz für neue machen. Deshalb verschrottete die Tschechische Bahn im vergangenen Jahr 279 Fahrzeuge. Weitere 43 Fahrzeuge wurden an neue Besitzer verkauft. Die Entsorgung hunderter ausgemusterter Fahrzeuge ist noch im Gange.

Foto: © České dráhyFoto: © České dráhy

„Dieses Jahr markiert den Höhepunkt der rund vierjährigen größten Zugmodernisierung in der Geschichte der Tschechischen Republik. In dieser Zeit haben wir 110 zwei- und dreiteilige RegioPanter-Züge, 106 Diesel-RegioFox-Züge, 20 ComfortJets und 150 Siemens Vectron-Lokomotiven in Betrieb genommen. 50 davon wurden direkt an unser Unternehmen geliefert, 100 wurden geleast. Umgebaut zu einzelnen Wagen oder Triebzügen ist die Zahl um ein Vielfaches höher. Insgesamt sind es unglaubliche 822 neue Fahrzeuge mit fast 45.000 Sitzplätzen in klimatisierten Bereichen.

Für diese große Anzahl neuer Züge mussten wir Gleise in den Betriebswerken und Abstellbahnhöfen freimachen. Deshalb haben wir im vergangenen Jahr 279 alte, ausgemusterte Fahrzeuge verschrottet. Das entspricht im Wesentlichen einem ausgemusterten Wagen oder einer ausgemusterten Lokomotive pro Werktag“, so Michal Krapinec, Vorstandsvorsitzender und CEO der Tschechischen Bahn. Die physische Verteilung betrifft sowohl ausgemusterte Triebwagen als auch Personenwagen. Insbesondere die sogenannten Kunstlederwagen verschwinden nach Dutzenden von Stückzahlen. Es handelt sich dabei um verschiedene Fahrzeugtypen für den Fern- und Regionalverkehr, hauptsächlich tschechischer und deutscher Produktion.

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„Im vergangenen Jahr wurden hauptsächlich die ausgemusterten Triebwagen der Baureihe 460 und die ‚Koffer‘ der Baureihe 810 sowie deren Beiwagen 063, 010, 012 und 015 verschrottet. Bei den Personenwagen fehlten am häufigsten die berühmten Lederwagen, also die klassischen Wagen unserer Schnellzüge mit Acht-Personen-Abteilen, die ursprünglich mit Ledersitzbänken ausgestattet waren. Vom Typ B249 wurden 54 Wagen verschrottet. Weitere 70 Wagen des Typs Bdt mit großzügiger Raumaufteilung wurden ebenfalls verschrottet. Auch 22 unbeliebte ‚Honecker‘ des Typs Bdmtee sowie andere Typen wie beispielsweise BD wurden demontiert“, erklärte Jiří Ješeta, Vorstandsmitglied und stellvertretender Leiter des Personenverkehrs der Tschechischen Bahn, und nannte Beispiele für ausgemusterte Wagen.

Neben der Verschrottung der Altfahrzeuge fanden auch Verkäufe an verschiedene Interessenten statt. Die neuen Eigentümer erwarben insgesamt 43 Fahrzeuge. Der Verkauf betraf beispielsweise Triebwagen der Baureihe 810 und deren Beiwagen, verschiedene Schnellwagen des Typs UIC-Y/B 70, insbesondere die Baureihe B249, sowie mehrere historische Fahrzeuge. Neben Interessenten aus Tschechien gab es auch Käufer aus Deutschland und Polen.

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Die Liquidation ausgemusterter Fahrzeuge wird in diesem Jahr fortgesetzt. Die Tschechischen Bahnen können bis zu 500 ausgemusterte Wagen und Lokomotiven zur Demontage abgeben. Die Ausmusterung vorwiegend älterer Lokomotiven, wie der Baureihe 242, der Triebwagen der Baureihe 810 und nach Betriebsende auch der Baureihe 854, sowie verschiedener Personenwagen des Typs UIC-Y/B 70 aus deutscher und tschechischer Produktion wird fortgesetzt. Dies betrifft hauptsächlich die Baureihe B249, verschiedene Ausführungen der Bdt-Wagen, aber auch BD-Wagen und andere Typen. Auch die unbeliebten „Honecker“ werden von den Gleisen verschwinden. Das Angebot nicht mehr benötigter Fahrzeuge zum Kauf durch andere Interessenten wird fortgesetzt. In diesem Jahr sollen beispielsweise Elektrolokomotiven der Baureihen A-1216 oder 380 zum Verkauf stehen.