Das Ambulante Operieren ist eines der Zukunftsthemen in der Gesundheitsversorgung und wird gesundheitspolitisch aktuell stark diskutiert. Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden (UKDD) nutzt die Chancen des Modells. Im vergangenen Jahr wurde ein zentrales OP-Management etabliert und wird seitdem stetig ausgebaut. Eine Kernaufgabe ist die Organisation und Leitung des neuen Ambulanten OP-Zentrums (AOPZ) am Uniklinikum – also die klinikübergreifende Zentralisierung der ambulanten Operationen. Das setzt auf räumlich und personell getrennte Teams, vor allem in der OP-Pflege, im ambulanten und zentralem OP-Bereich. „Die stete Weiterentwicklung der Medizin ermöglicht es, immer mehr Eingriffe bei höchster Qualität ambulant durchzuführen. Freiwerdende stationäre Kapazitäten werden entsprechend für andere komplexere Eingriffe genutzt, so dass bei steigender Anzahl ambulanter Operationen die Zahl der stationären OP-Aufenthalte konstant bleibt bzw. deren Fallschwere steigt“, sagt Prof. Uwe Platzbecker, Medizinischer Vorstand am Uniklinikum.
Teamarbeit im OP: Im Ambulanten OP-Zentrum steht die sichere und professionelle Versorgung der Patientinnen und Patienten im Mittelpunkt. Foto: UKDD/Michael Kretzschmar
Über 5.100 ambulante Operationen sind allein im ersten Halbjahr des Jahres 2026 am Uniklinikum Dresden durchgeführt worden. Das sind knapp 1.000 mehr als im Vergleichszeitraum 2025. Dies zeigt: Der Trend zum vermehrten ambulanten Operieren ist auch am Uniklinikum Dresden angekommen. Und wird strukturell entsprechend untersetzt. Das Ambulante OP-Zentrum (AOPZ) mitten auf dem Campus der Universitätsmedizin ist ausgebaut worden. Hier stehen nun vier OP-Säle zur Verfügung für einen Betrieb Montag bis Freitag von 8 bis 15.30 Uhr. Im ersten Halbjahr wurden hier über 650 der ambulanten OPs durchgeführt (1. Halbjahr 2025: 252). Das hat auch Auswirkungen auf den stationären Betrieb. „Durch die Lenkung dieser Patientenströme aus dem stationären in den ambulanten Bereich werden freie Ressourcen generiert, welche sofort durch schwere stationäre Fälle belegt werden. Dadurch werden Wartezeiten für elektive (geplante) Eingriffe, einschließlich Tumoreingriffe relevant verkürzt und damit die Patientenzufriedenheit gesteigert“, sagt Janko Haft, Kaufmännischer Vorstand.
AOPZ Operationsvorbereitung. Foto : UKDD/Michael Kretzschmar
Im AOPZ finden aktuell ambulante Eingriffe des UniversitätsCentrums für Orthopädie, Unfall- & Plastische Chirurgie, der Klinik für Kinderchirurgie, der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie sowie der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie statt. Weitere Einrichtungen sollen ebenfalls integriert werden. Durch den Versorgungsauftrag des Uniklinikums als Maximalversorger werden ambulante Operationen von allen Kliniken angeboten sowie durchgeführt. Weiterhin werden ambulante Eingriffe in der Chirurgie, Unfallchirurgie und Orthopädie sowie der Dermatologie durch das Medizinisches Versorgungszentrum MVZ, eine hundertprozentige Tochter des Uniklinikums Dresden, durchgeführt.
„Als Klinikum mit hochspezialisiertem medizinischen Fachpersonal können wir ambulante Operationen auch Patienten anbieten, welche unter Umständen sonst stationär hätten betreut werden müssen. Dank neuster anästhesiologischer Techniken, schonender OP- und Anästhesieverfahren können vorerkrankte Patienten, welche von der häuslichen Umgebung stark profitieren, zunehmend auch ambulant operiert werden“, sagt Dr. Juliane Ende, OP-Managerin am Uniklinikum Dresden.
AOPZ Operationssituation. Foto: UKDD/Michael Kretzschmar
Karriereweg Ambulantes Operieren
Um ausreichend Personal für den wachsenden Bedarf an ambulanten Operationen sicherzustellen, wird am Uniklinikum Dresden der Einsatz anderer Fach- und Berufsgruppen des nicht-ärztlichen Personals für das ambulanten Operieren ermöglicht: Dazu zählt zum Beispiel ein Curriculum der Weiterbildung der Medizinischen Fachangestellten (MFA) zum ambulanten Operieren an der Carus-Akademie. In Sachsen ist dies die einzige Möglichkeit für die MFAs sich im ambulanten Operieren weiterbilden zu können. Das Curriculum ist erstmals im Mai 2026 gestartet. Mit diesem neuen Angebot erweitert die Carus Akademie ihr Portfolio ergänzend zu den Ausbildungen Operationstechnische/r Assistent/in (OTA) und zur Fachweiterbildung Operationsdienst. Gleichzeitig entstehen neue Entwicklungsperspektiven für Kolleginnen und Kollegen mit dem Berufsabschluss als Medizinische Fachangestellte am UKD sowie aus chirurgischen Praxen der ambulanten Versorgung.
Quelle: Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden