Die Verbraucherzentrale Sachsen warnt: Betrüger*innen geben vor, „eng mit der Verbraucherzentrale zusammenzuarbeiten“ und behaupten, persönliche Daten der Kontaktierten seien im Internet aufgetaucht – angeblich müssten diese nun dringend gelöscht werden.
Vorsicht, Datenfalle: Telefonbetrug mit falschen Versprechen. Symbolfoto: MeiDresden.de
Vermeintlicher Löschservice klaut Daten
Um glaubwürdig zu wirken, beziehen sie sich oft auf frühere Kontakte der Betroffenen zu unseriösen Lotto- oder Gewinnspielangeboten. Die Masche zielt darauf ab, Druck und Verunsicherung zu erzeugen. Den Betroffenen wird ein sogenannter Löschservice angeboten, der angeblich ihre Daten aus dem Internet entfernt. In Wirklichkeit geht es den Betrügern häufig darum, weitere persönliche Daten, Bankinformationen oder Zahlungen zu erhalten oder die Betroffenen zu Verträgen oder Abonnements zu drängen.
Steffi Meißner, Beratungsstellenleiterin in Bautzen, stellt klar: „Wer einen solchen Anruf erhält, sollte von einem Betrugsversuch ausgehen. Wir rufen nicht unaufgefordert an, um angebliche Datenlecks zu melden, und arbeiten auch nicht mit Firmen zusammen, die solche Löschdienste anbieten.“
Was Verbraucher*innen tun sollten
+ Sofort auflegen – nicht diskutieren, nichts bestätigen.
+ Keine Daten herausgeben – weder Adresse, Geburtsdatum, IBAN, Ausweisnummer noch Zugangsdaten oder Codes. Nicht verunsichern lassen, auch wenn die Anrufer bereits einige Daten kennen
+ Keine Fernzugriffs-Apps installieren – z. B. Tools für „Support“ oder „Fernwartung“
+ Keine Zahlungen leisten – keine „Servicegebühr“, „Freischaltung“ oder „Löschkosten“.
+ Rufnummer blockieren und – wenn möglich – im Handy als Spam melden.
+ Wenn bereits Daten oder Bankinfos weitergegeben wurden:
+ Sofort die Bank oder den Kartenanbieter informieren
+ Konto regelmäßig prüfen und Kontakt mit dem Kreditinstitut halten
+ Bei Verdacht auf Datenmissbrauch: Passwörter ändern (vor allem E-Mail-Konto zuerst, dann weitere Konten) und 2-Faktor-Authentifizierung aktivieren
+ Bei Verdacht auf Identitätsmissbrauch: Beweise sichern (Screenshots/Links), ggf. Anzeige bei der Polizei erstatten
Für rechtliche Beratung oder weitere Unterstützung können Betroffene die Verbraucherzentrale Sachsen kontaktieren. Termine können online oder telefonisch unter 0341 696 2929 vereinbart werden
Quelle:Verbraucherzentrale Sachsen e. V